Donnerstag, 5. Mai 2011

Der erste Weidegang 2011

Es hat so gar nicht in den letzten Wochen geregnet. Das Land ist ziemlich ausgetrocknet. Die Weiden wurden Mitte März geschleppt, gedüngt und gewalzt, wollen aber nicht so recht wachsen - wie überall hier im Norden.

Trotzdem durften meine Putzies Ende April das erste Mal für eine halbe Stunde Gras knabbern. Ich habe sie auf die große Weide gelassen und die auch noch nicht unterteilt, damit sie sich die saftigen Grasstücke aussuchen konnten. Am ersten Weidetag am späten Nachmittag habe ich auf Sara gewartet. Es ist gut, dann beim Reinholen zu zweit zu sein. Denn wie erwartet war nicht einer der Vierbeiner bereit, die Weide freiwillig wieder zu verlassen. Wir mussten sie alle einzeln mit Halfter "abführen".

Aber welche Freude in den Augen der Pferde, als sie abends noch einmal raus durften und schon ahnten, dass die Weide auf sein Würde. Cera war die erste, die das sofort spitz hatte. Ich stand mit der Kamera bewaffnet am Weidetor und habe die Rasselbande in Empfang genommen:

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Ein Klick auf das Foto bringt euch zu einem kleinen Video. Und seht, wen die Bande da wieder aufgeschreckt hat: Unseren Haus- und Hof Feldhasen. Den habe auch ich erst beim Schneiden des Videos entdeckt!

Sonntag, 13. März 2011

Genesungswünsche

An dieser Stelle schicke ich zwei Grüße übers Internet: An Rita und Karin, die beide krank danieder liegen! Ich wünsche euch beiden rasche und gute Besserung!

Banalitäten

Seit gestern beherrschen die katastrophalen Zustände in Japan die Nachrichten. Welches Leid für die Bevölkerung!

Ich bin erschüttert und dankbar zugleich, hier in Deutschland zu leben! Ich gehe gleich in ein warmes Bett, habe genug zu essen und auch morgen noch ein Dach über dem Kopf. Meine Pferde sind putzmunter, meine Katzen auch. Ich freue mich auf einen weiteren vorfrühlingshaften Tag!

Ich überlege, ob ich schon jetzt neues Pferdezaun-Material bestellen soll (eine Seite des großen Paddocks muss erneuert werden), möchte noch eine Hecke schneiden und würde auch gern das überschüssige Laub auf dem Weg zur Weide wegharken, das vom Herbst liegen geblieben ist.

Was für banale Pläne angesichts der ungeheuren Naturkatastrophe am anderen Ende der Welt. Fast schäme ich mich dafür - obwohl ich natürlich weiß, dass ich nichts ändern könnte, wenn ich mich anders verhielte...

Ich wünsche den Japanern, dass ihnen der SuperGAU erspart bleibt, aber es sieht leider nicht danach aus.

Samstag, 12. März 2011

Die Pferde haben Frühlingsgefühle

Vor gut einer Woche fingen meine Pferde an zu haaren. Nur ein wenig, aber immerhin. Der Frühling ist also nicht mehr fern. Auf die Natur kann man sich in der Regel doch immer verlassen.

Cera ist wieder mal extrem rossig. Das ist sie im Frühjahr auch immer stärker als zu anderen Zeiten.

Seit zwei Tagen bläst mir hier ein kräftiger Wind um die Nase, der so heftig war, dass ich nicht einmal den Mist hoch schaufeln konnte. Von jeder Forke Mist kam die Hälfte wieder zurück. Der Mist flog natürlich nicht auf den Boden, sondern mir direkt ins Gesicht und in die Haare. Ich habe dann auf weitere Versuche verzichtet.

Die Weiden musste ich vor zwei Tagen ebenfalls schließen. Es wird täglich etwas wärmer, was bei uns aber auch immer mit Regen einhergeht. Der Boden ist zwar noch nicht frostfrei, aber die oberste Schicht ist soweit aufgetaut, dass die Pferdehufe auf der Wiese großen Schaden anrichten. Dafür ist mein großer Außenpaddock wunderbar eben und trocken.

Heute war ich kaum in der Lage, das Heu nach draußen zu bringen, so hat es gestürmt. Die Pferde waren entsprechend aufgekratzt. Den ganzen Vormittag hörte ich immer wieder ein Quieken. Garantiert Cera, die wieder versuchte, einen der Jungs unanständig anzumachen - um dann scheinbar peinlich berührt zu protestieren.

Über Anton und Donovan musste ich lachen: Sie hatten sich im Roundpen eingesperrt. Der Sturm hatte offenbar das Türchen zugeweht. Und wo Donovan steht, ist auch Rasga nicht weit. Sie leistete den zweien ungewollt Gesellschaft. Dazwischen haben sich alle mit kleineren Rangeleien die Zeit vertrieben, sich von A nach B gejagt oder sich genüsslich im feuchten Sand gewälzt.

Spielereien und Bocksprünge auf dem Reitplatz

Weil die Pferde heute eh alle "durch den Wind" waren, beschloss ich, sie einzeln auf dem Reitplatz laufen zu lassen.

Mit Cera fing ich an. Die hatte ja schon zuvor auf dem Paddock ihrer Lebensfreude mit gewaltigen Bocksprüngen Luft gemacht. So benahm sie sich auch auf dem Reitplatz. Galoppieren, bocken, toben. Cera hat den ebenen, griffigen Boden des Reitplatzes und die frische Luft sichtlich genossen. Wenn ich rückwärts laufe, kann ich sie auch im Trab, manchmal im Galopp zu mir rufen. Dann lässt sie sich streicheln. Aber sie wartet nur auf ein kleines Handzeichen von mir, um wieder in wilden Sätzen davon zu stürmen. Und ich glaube, sie grinst, wenn sie das tut.

Ganz anders war Donovan drauf. Von dem hätte ich ja noch am ehesten "wildes Verhalten" erwartet. Aber der schwarze Kerl überrascht mich doch immer wieder neu. Brav und gesittet ging er ohne Halfter und Longe neben mir her, ließ sich anstandslos antraben und lief auf einem kleineren Zirkel um mich herum. Und das, obwohl überall Sachen umher wehten. Ich konnte ihn angaloppieren, anhalten, Hand wechseln. Donovan benahm sich wie ein Musterschüler. Es sind diese Begegnungen, die mir Freude machen und mich darin bestärken, es weiter mit ihm zu versuchen, nicht frustriert aufzugeben.

Anton dagegen markierte voll "den Macker". Auch er genoss die Weite des Reitplatzes und hat wie ein Halbstarker seine Kräfte ausgespielt. Bei mir bleiben wollte er nicht. Er wollte galoppieren. Und was hat er für eine tolle Galoppade bekommen. Wie unglaublich kraftvoll setzt er inzwischen seine Hinterhand ein, um zuzulegen. Und mit welcher Geschwindigkeit! Ich glaube, er ist im Moment das schnellste Pferd bei uns im Stall. Seine Aktionen begleitet er immer mit einem lauten Juchzer. Genauso schnell lässt er sich wieder anhalten und kraulen. Es hat Freude gemacht, ihm dabei zuzusehen!

Dango ist ja der älteste in der Runde. Er wird dieses Jahr schon 15 und kann über das "Gepolter" der Jungs nur den Kopf schütteln. Er trabte gemächlich seine Runden, legte auch ein paar Galopp-Reprisen ein, brauchte dafür aber die Aufforderung. Er hat immer noch ein wenig Bedenken, ob ihm nicht doch irgend etwas Schlimmes passiert, wenn ich mit der langen Bahnpeitsche in der Mitte der Bahn stehe. Ich bin viel mit ihm im Schritt nebenher gegangen, habe ihn gekrault und versichert, dass er ein tolles Pferd ist.

Ist schon spannend zu beobachten, wie unterschiedlich meine vier Pferde sind, wie unterschiedlich sie sich benehmen und auf mich reagieren.

Die folgenden zwei Stunden - es wurde schon dämmerig - verbrachte ich mit dem Versuch, die Fellnasen zu putzen. Na ja, eigentlich ein fast vergebliches Unterfangen. Dreckklumpen vom Paddock, Haare überall, Urinflecken und das unglaublich dicke Puschelfell erschweren die Arbeit ungemein. Ich freue mich schon auf das glänzende Sommerfell, aber das wird noch ein paar Wochen auf sich warten lassen.