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Mittwoch, 18. April 2018

Vom Abenteuer, bei Vodafone einen Vertrag abzuschließen

Diese Geschichte, die mir passiert ist, ist so abenteuerlich, dass man sie kaum glauben mag. Aber der Reihe nach:


Donnerstag:


Am Donnerstag klingelte ein Mitarbeiter der Firma Vodafone an meiner Tür, der vorgab, meinen Anschluss und meine Geräte zu überprüfen. Mit geschultem Blick erkannte er sofort, dass mein Router und mein Receiver – beide stammen aus dem Jahr 2011 – völlig überaltert seien. Er wollte dafür sorgen, dass ich neue Endgeräte (natürlich kostenlos) bekommen sollte. Zusätzlich machte er mir den neuen Giga-TV-Vertrag schmackhaft, der deutlich günstiger sei als mein jetziger. Ich willigte ein.

Keine Stunde später flatterte mir die Bestellbestätigung per Email ins Postfach. Stimmt, der Vertrag war günstiger, aber nur im ersten Jahr. Der Mann hatte mir verschwiegen, dass ich mich für zwei Jahre binden müsste und der Preis im 2. Jahr wieder so teuer wäre wie bisher. Das ärgerte mich, und ich sah mir abends die Angebotsseite von Vodafone im Internet an.

Freitag:

Kein Mensch blickt bei den Anbietern durch den Tarifdschungel. Also wählte ich beherzt die Nummer eines Kundenberaters. Ihr kennt das ja: Nachdem ich einer elektronischen Ansagerin zig Fragen beantwortet hatte, begrüßte mich gefühlte zehn Minuten später ein freundlicher Mann aus dem Callcenter: Guten Tag, Sie sprechen mit XY, wie kann ich Ihnen helfen? Wir berieten uns eine Weile und ich handelte über 50 Prozent Rabatt aus. Schon alleine, weil ich online bestellt hatte, gab es dauerhaft 10 Prozent zusätzlich. Und als Bestandskunde bekam ich Rabatt und auch dafür, Telefon, Internet UND Fernsehen zusammen dort zu buchen.

Dann kam das Gespräch auf mein Handy. Wenn ich auch den Handyvertrag auf Vodafone übertrüge, würde mich das Handy nur noch 4,99 Euro im Monat kosten – mit einer Flatrate in alle Netze und 4 Gigabyte Downloadvolumen. Das ist so ungefähr das zehnfache meines jetzigen Vertrages. Eine Aktion von Vodafone, die nur noch bis Ende April gilt. Also buchte ich den Handyvertrag dazu. Meine Daten – inklusive Personalausweisnummer und Iban-Nummer wurden zeitintensiv erfasst.

Und ab hier begann die unglaubliche Pannenserie von Vodafone…

Wieder dauerte es nur eine knappe Stunde und ich bekam eine Email mit der Bestellbestätigung und Minuten später die Ankündigung, dass meine neue Simkarte bereits auf dem Weg zu mir sei und ich mich beim Postboten per Postident-Verfahren ausweisen müsste. Alles klar.

Gott sei Dank öffnete ich die Pdf-Datei im Anhang. Dort las ich: Sehr geehrte Frau Karin Köpke, vielen Dank für Ihren Auftrag… Bla,, bla, bla…

"Karin Köpke"????? Ich heiße immer noch Karin Schöpke! Ich habe mich sogleich ans Telefon gehängt, mich durch die quälenden Telefonansagen gehangelt, bis mich ein echter Mitarbeiter des Callcenters fragte: "Was kann ich für Sie tun?". O.k., der Name war falsch. Das tat dem Mitarbeiter unendlich leid. Er konnte aber den Namen nicht ändern. Er konnte den Vertrag nur komplett erneut wieder aufnehmen. Die Simkarte, die unter falschem Namen schon auf dem Weg zu mir war, sollte ich zurückgehen lassen. Na schön, dann das Ganze von vorn.

Dieses Mal dauerte es bis in die späten Nachmittagsstunden, bis ich die neue Bestellbestätigung bekam. Was soll ich sagen? Da stand schon wieder "Karin Köpke".

Samstag:

Ich wartete bis zum nächsten Morgen (Samstag) und telefonierte erneut. Die freundliche Mitarbeiterin entschuldigte sich vielmals, konnte wieder den Namen nicht ändern, sondern die Bestellung nur erneut aufnehmen. Das war jetzt schon der dritte Handyvertrag. Wieder sollte ich die falsche Simkarte zurückgehen lassen.

Um es kurz zu machen: die Bestellbestätigung in meinem Briefkasten lautete tatsächlich auf den richtigen Namen, aber der Monatspreis war falsch. Nun sollte das Handy plötzlich 10 Euro monatlich kosten… Ein erneuter Versuch, einen Mitarbeiter persönlich zu sprechen, scheiterte. Ich hing eine halbe Stunde im System von unsäglicher Musik bedudelt. Klar, es war Samstag, und alle würden jetzt telefonieren! Als ich zwei Stunden später tatsächlich jemanden am Rohr hatte, legte der nach fünf Minuten einfach auf. Da musste ich schon sehr schwer atmen! Und das Gefühl der Nächstenliebe, das ich eigentlich in mir trage, wollte sich nicht mehr so recht einstellen.

Montag:

Da ich ja stets in einem computergesteuerten Telefonsystem lande, das mich dann nach langer Befragung wahllos einem beliebigen Mitarbeiter zulost, muss ich jedes Mal meine Geschichte von vorn erzählen. Jedes Mal werde ich gefragt, welche Tarife ich genau gebucht habe und wo denn mein Problem läge. Spätestens am Montag merkte ich, wie mein ansonsten niedriger Blutdruck allmählich anstieg. Mein armer Telefonpartner konnte ja nichts dafür, dass er so "fähige" Kollegen hat. Dieser Mann nahm sich sehr viel Zeit (nämlich meine!) und ging alle Verträge Stück für Stück mit mir durch, nahm eine neue Mobilfunkbestellung in meinem Namen auf und versprach noch weitere Rabatte (wenn das so weitergeht, zahle ich im ersten Jahr bald gar nichts mehr für die Anschlüsse…). Dann wollte er SOFORT eine Email abschicken mit allen Einzelheiten, und erst wenn ich das alles kontrolliert hätte, würde er den Auftrag "scharf schalten". Das war Handyvertrag Nummer vier!

Was soll ich sagen? Auf diese Email warte ich heute noch…

Ich telefonierte erneut am späten Nachmittag. Die Dame gab mir nun eine andere Nummer, wo ich angeblich SOFORT einen Mitarbeiter am Ohr haben würde (ha ha, selten so gelacht…). Die sagte, es würde immer einen guten Tag dauern, bis eine Bestellbestätigung verschickt würde. Nö, eigentlich nicht. Dauerte bei den vier vorigen Verträgen keine Stunde… Sie gab mir noch eine weitere Nummer. Dort sollte ich anrufen, aber in jedem Fall erst am Dienstag! Ich bekam Sodbrennen…

Dienstag:

O.k. der Dienstag, DAS würde mein Tag sein. Ich startete noch einen Versuch. Einmal wollte ich noch probieren, doch noch an mein Gesamtpaket zu kommen. Wenn es dann nicht klappt, wollte ich generell den Anbieter wechseln, und zwar sofort! Das hatte ich mir fest vorgenommen…

Ich spürte förmlich, wie die freundliche Telefondame den Kopf schüttelte, als ich ihr mein Leid klagte und versprach, dass nun alles gut würde, und sie jetzt ein letztes Mal den Handyvertrag aufnehmen und vorher kontrollieren würde. O.k. Handyvertrag Nummer fünf wurde erfasst…

Die Botschaft in meinem Email-Konto: Bestellbestätigung für einen Mobilfunkvertrag – MIT MEINEM RICHTIGEN NAMEN und der richtigen Adresse! Aber hach, zu früh gefreut: Da stand HERR Karin Schöpke… Aus der Traum, mich beim Postboten mit meinem Ausweis identifizieren zu können… Spätestens jetzt schielte ich immer wieder zu meiner Terrassentür, denn ich vermutete, dass ein Kamerateam von "Verstehen Sie Spaß?" um die Ecke gucken würde, um mich mit einem verspäteten Aprilscherz zu überraschen.

Mittwoch:

Mein schon fast zur Gewohnheit gewordener Frühsport: Mit Vodafone zu telefonieren! Wieder erklärte mir die Dame, dass das alles ein schrecklicher Irrtum sei und so etwas bei Vodafone noch nie vorgekommen sei. Hm… Sie entschuldigte sich und meinte dann, dass sie den Vertrag NICHT erneut aufnehmen würde, sondern den alten stornieren und neu aufsetzen würde. Als kleines Entgegenkommen wollte sie die Bereitstellungsgebühr für die Simkarte (immerhin 39,90 Euro) gutschreiben…

Während unseres Gespräches klingelte ein Bote an der Tür: Er hatte drei Päckchen mit Simkarten von Vodafone in der Hand. Ich habe sie nicht angenommen.

Eine Email von Vodafone kam zeitnah: ALLES korrekt, Anschrift richtig, Name richtig und auch der Preis stimmte! Sollte die Odyssee ein Ende haben? – Nein!

Denn eine Stunde später kam eine erneute Email, in der ich aufgefordert wurde, eine Kopie meines Personalausweises an die Shop-Abteilung zu schicken, um mich auszuweisen… Ich war offenbar aus dem Postident-Verfahren rausgeflogen.

Schon am Dienstag hatte ich in einem der zahlreichen Telefonate nach einer Beschwerdestelle gefragt. Ich bekam eine Telefonnummer genannt, die ich nun anrief. Was soll ich sagen: Die freundliche Computerdame forderte mich auf, meine Telefonnummer bekannt zu geben, "damit sie mich gleich an den richtigen Mitarbeiter durchstellen konnte". Ich gab meine Nummer mehrmals an. Leider konnte die Computerstimme mit der Nummer nichts anfangen. Und sagte deshalb: "Es tut mir leid, ohne gültige Telefonnummer kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Halten Sie nächstes Mal ihre Telefonnummer parat und rufen Sie erneut an. Ich lege jetzt auf." Ab jetzt könnte ich in die Tischkante beißen…

Wer jetzt glaubt, ich hätte mit diesen Ausführungen übertrieben, der irrt. Eigentlich war es noch viel schlimmer, weil ich zwischendurch zig mal aus dem Netz geflogen bin, weil entweder meine Kundennummer oder meine Telefonnummer nicht erkannt wurde. Einer der Callcenter-Sklaven fragte mich, ob ich denn schon den Aktivierungscode für mein Vodafone-Center im Internet bekommen hätte? Nein! Ich gebe Ihnen da mal eine Telefonnummer…

Bei all der Telefoniererei war inzwischen mein neuer Receiver geliefert worden. Auf Anfrage, ob dich den denn annehmen und auspacken dürfte (aufgrund der vielen stornierten Aufträge), hieß es ja. Ich müsste das Paket ja schon deshalb aufmachen, weil dort mein Vertrag drin läge.

Ich habe den Kasten ausgepackt und angeschlossen. Nach einigen Minuten meldet sich das Gerät anständig, fordert mich aber auf, es mit dem Internet zu verbinden. Ein entsprechendes Kabel war mitgeliefert worden. Jetzt kommt's: Ich habe in meinem Router keinen Steckplatz frei, um das Kabel dort einzustöpseln. Beide Anschlüsse sind mit Computer und Telefon belegt…

Was heißt das? Ich musste wieder telefonieren, dieses Mal mit der Technikabteilung von Vodafone, damit mir ein "moderner" Router zugestellt wird…

Ich fasse noch einmal zusammen:

Selbst nach dem 5. Handyvertrag sind nicht alle Angaben korrekt, ich habe ca. 3,5 Stunden vertelefoniert, andauernd werde ich von einer Vodafone-Email genervt: Sehr geehrte Frau Köpke, bitte bestätigen Sie Ihre Email-Adresse, ich kann den neuen Receiver nicht nutzen, und kein Mensch kann mir bei Vodafone explizit sagen, zu welchem Termin die neuen Verträge freigeschaltet werden…

Also ich weiß nicht, ob ich Vodafone weiterempfehlen werde… Mal sehen, wie das Ganze endet.

Mittwoch, 30. August 2017

Mein Hof soll schöner werden – 3

Nachdem das gestern mit dem Sand nur schleppend voranging, holte mich heute früh der erste Fahrer schon um halb acht aus dem Bett! Wie gut, dass meine Hunde so gut aufpassen und jeden Besucher ankündigen. Ich hätte das glatt überhört!


Der Sand, der geliefert wurde, war dieses Mal nicht der "normale" gesiebte Füllsand, sondern der Spezialboden für den Reitplatz. Drei Wagenladungen waren für den Tag angekündigt.


Der LKW-Fahrer hat ganz schön geflucht, weil meine Einfahrten so verdammt eng sind und dieses Fahrzeug doch deutlich größer ist als die vom Vortag.

Nicht warten auf Godot, sondern warten auf Sand! Auf den so dringend benötigten Füllsand für die Matten mussten wir leider noch drei Stunden warten.


Aber dann ging es Schlag auf Schlag: Ich bekam einen Haufen Sand in die Einzelbox und konnte die verfüllen, während Wöhrle anfing, den Reitplatz von seinen verunkrauteten Rändern zu befreien.


Die Einzelbox ist fertig! Sieht schon richtig schick aus. Wenn ich das Bild so sehe, dann möchte ich jetzt auch noch die Wände weiß streichen… Ich war sehr froh, dass heute Thorsten und Sabrina noch einmal gekommen sind, um zu helfen. Und das war super, denn während Michael Wöhrle seiner Arbeit nachging, fing Thorsten an, den Paddock-Gitter-Zaun wieder aufzubauen. Er stellte auch die Badewanne wieder auf.






Der Zaun: Wie mit der Schnur gezogen! Es sind auch schon die Weidepfähle wieder drin, die dem Zaun Stabilität geben. Unterdessen habe ich die Paddockplatten vor dem Eingang neu verlegt und mit Sand verfüllt. Bin gespannt, ob das jetzt trocken bleibt!


Es gibt für die Folgetage noch eine Menge Aufräumarbeiten, aber das Ganze nimmt jetzt rasch Gestalt an. Während wir uns zwischendurch immer mal wieder in meiner Wohnung bei einer Tasse Tee abgekühlt haben – das Wetter war heute noch deutlich schwüler als gestern und die Temperaturen stiegen auf fast 30 Grad – verteilte Herr Wöhrle allen Sand. 7 Fuhren Füllsand für die Matten und den Außenpaddock, 50 Kubikmeter neuen Reitplatzboden. Er hat an den drei Tagen bestimmt an die 100 Kilometer zurückgelegt!




Und wenn ihr euch jetzt fragt, wo die Tage über die Pferde abgeblieben sind: Ich habe sie jeweils nachts rausgelassen. Tagsüber waren sie in den Boxen einquartiert und gut mit Kraftfutter und Heu versorgt. So standen sie einigermaßen kühl und in jedem Fall insektenfrei, und ich brauchte keine Sorge zu haben, dass sie mir durch eine Unachtsamkeit durch die offenen Tore auf die Straße laufen konnten. Alle vier haben immer wieder mit Argusaugen unsere eifrigen Tätigkeiten auf dem Gelände beobachtet.


Divina war – wie nicht anders zu erwarten – besonders neugierig.

Gegen halb fünf war Herr Wöhrle mit allen Arbeiten fertig. Da hieß es, alles Werkzeug einzusammeln, alle Fahrzeuge und Zubehörteile zu verladen und verkehrssicher abzusichern. Ich danke Herrn Wöhrle für seine tolle Leistung und seine Bereitschaft, alle Wünsche zu erfüllen, die sich erst während der Arbeit ergeben. Auch wenn es unvorhergesehene Schwierigkeiten gibt (bei uns waren es die alten Paddockraster, die schon eingewachsen waren), bringt ihn das nicht aus der Ruhe. Der Außenbereich ist nicht wiederzuerkennen!


Euch ist schon allen klar, dass ich ab sofort die Preise verdoppele und jeder Besucher Eintritt zahlen muss? Lach

Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben. Ganz besonders Thorsten, der auch morgen wieder vor der Arbeit für zwei Stunden vorbei kommt, um den Zaun zu Ende zu bauen!

Dienstag, 29. August 2017

Mein Hof soll schöner werden – 2

Das Wetter war immer noch trocken, aber leider sehr warm und sehr schwül. Gott sei Dank liegt ein Großteil der Arbeitsfläche im Schatten. Herr Wöhrle kam pünktlich um halb neun und brachte auch zwei tatkräftige junge Männer mit, die das Verlegen der Platten übernehmen sollten.

Zusätzlich war noch Sabrinas Mann Thorsten vor seiner Arbeit für zwei Stunden zum Helfen vorbeigekommen. Jede helfende Hand war willkommen. Seine erste Arbeit: Er räumte die Einzelbox leer.


Die Platten waren voll mit nassem Modder und sauschwer. Hier hatte nach den enormen Regenfällen das Wasser oft tagelang gestanden.

Montag, 28. August 2017

Mein Hof soll schöner werden – 1

Durch meine blöde Entzünding im Bein, die Krankheit meines Vaters und das ewig nasse Wetter, bin ich in diesem Jahr kaum zum Arbeiten mit den Pferden gekommen. Ich habe sie gut versorgt und sie betütelt, ansonsten standen sie viel draußen. Das Grünzeug auf meinem Hof wucherte leise aber stetig vor sich hin. Bald glich der Hof einer kleinen Wildnis. Unglaublich, wie dieses Jahr alles in die Höhe geschossen ist. So sah der Reitplatz dann auch entsprechend aus. Ich hätte schon mit dem Rasenmäher drübergehen können:


Gleicht eher einer Wildwiese…

Samstag, 25. Februar 2017

Von Hippodung zu Holzpellets

Wenn ich die Lesestatistik meiner Seite aufrufe erkenne ich, dass die Seiten mit Hippodung, bzw. Holpellets mit am meisten aufgerufen werden. Viele interessieren meine Erfahrungen mit dieser Einstreu. Deshalb möchte ich allen gerne ein weitere Update liefern.


Das gehört bei uns der Vergangenheit an: Mühsames Stapeln des Strohs

Hier könnt ihr alle alten Berichte nachlesen (von 2012 bis heute):

Hippodung, bzw. Holzpellets


Zum Lesen draufklicken, öffnet sich in einem neuen Fenster!

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ich streue immer noch mit Holzpellets ein, immer noch "ganz normale", also nicht Hippodung oder irgendein anderes Präparat. Ich beziehe sie von der Firma Holzpellethandel Nord (www.holpelletshandel-nord.de). Dort sind sie relativ günstig und werden per Spedition immer recht rasch Palettenweise geliefert. Ein Sack kostet mich im Schnitt 4,20 Euro. Manchmal kann ich ein Frühjahrsangebot abgreifen, da bekomme ich fürs selbe Geld ein paar Sack mehr auf der Palette. Das ist zumindestens für den Norden eine gute Adresse.

Ich streue nun seit 2012 mit Holz ein: Dauerhaft 5-6 Pferde, die im Winter nur einen halben Tag auf draußen sind und ansonsten in großen Paddock-Boxen stehen. In den ersten beiden Jahren habe ich für die Wintermonate auf Stroh umgestellt, weil der Verbrauch an Pellets doch immens hoch war. Seit zwei Jahren mache ich das nicht mehr, weil hier die Strohernte recht schlecht war und Stroh schwer in guter Qualität und ausreichenden Mengen zu beziehen ist.

Im Winter verbrauche ich ca. 3 Sack pro Box und Pferd in der Woche. Ganz gelegentlich auch mehr. Es rechnet sich trotzdem. Der Arbeitsaufwand gegenüber Stroh ist nach wie vor deutlich geringer und die Menge an Mist, die ich so produziere natürlich auch. Meine Mistplatte muss ich nur 2-3 Mal im Jahr leeren lassen.

Die Qualität der Pellets ist in den Jahren unverändert geblieben, ebenso die Füllmenge (15 Kilo). Das Schleppen der Säcke ist mir manchmal ein bisschen lästig. Aber gegenüber Stroh spare ich viel Zeit, den Einstreu mit Stroh bedeutet deutlich mehr fegen!

Anfangs habe ich die Holzpellets noch mit effektiven Mikroorganismen (Ems) und Dolomitkalk aufgewertet. Das mache ich nun auch schon seit zwei Jahren nicht mehr. Im Winter ist es für die EMs eh zu kalt und im Sommer stehen die Pferde länger draußen. Ich habe keine gravierenden Nachteile bisher feststellen können. Auch das Stallklima ist unverändert gut. Ich nehme extrem nasse Pinkelstellen raus, harke die trockene Einstreu vom Rand plan und streue dann einen Sack hinterher.

Im Sommer, bei deutlich trockenerer Luftfeuchtigkeit trocknet die Einstreu auch an der Luft. Da komme ich bei einigen Pferden sogar mit einem Sack pro Woche aus. Den Pferden scheint die Einstreu zu behagen. Sie legen sich alle hin, und ich habe hier keine Probleme mit Strahlfäule oder Mauke. Ich werde also definitv bei dieser Einstreu bleiben und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gutes Futterstroh bekomme, damit ich Stroh zufüttern kann. Das gibt es dieses Jahr leider nicht.

Dienstag, 8. November 2016

Flohmarkt 2016 – ein Rückblick

Unglaublich, wie schnell doch ein Jahr vergeht. Jetzt ist der Flohmarkt 2016 schon wieder Vergangenheit und wir denken schon an Weihnachten!

Dieses Jahr begannen die Vorbereitungen für mich besonders früh. Es war mit 25 Jahren ja ein Jubiläumsflohmarkt, und ich hatte letztes Jahr spontan entschlossen, ihn mit einer Tombola zu krönen. Schon seit Monaten haben ich und mein Stallteam um Preise "gebettelt", um eine attraktive Verlosung auf die Beine zu stellen. Die Preise konnten sich wirklich sehen lassen. Ich will hier niemanden nennen, weil ich garantiert jemanden vergesse. Hier seht ihr mein gebasteltes Plakat mit einigen der Preise:Unglaublich, wie schnell doch ein Jahr vergeht. Jetzt ist der Flohmarkt 2016 schon wieder Vergangenheit und wir denken schon an Weihnachten!

Dieses Jahr begannen die Vorbereitungen für mich besonders früh. Es war mit 25 Jahren ja ein Jubiläumsflohmarkt, und ich hatte letztes Jahr spontan entschlossen, ihn mit einer Tombola zu krönen. Schon seit Monaten haben ich und mein Stallteam um Preise "gebettelt", um eine attraktive Verlosung auf die Beine zu stellen. Die Preise konnten sich wirklich sehen lassen. Ich will hier niemanden nennen, weil ich garantiert jemanden vergesse. Hier seht ihr mein gebasteltes Plakat mit einigen der Preise:


Mit den Losen und den entsprechenden Gutscheinen habe ich schon Mitte Augst begonnen, ausgedruckt, gefaltet und zusammen getackert.

Zwei Tage vor dem Flohmarkt bastelte ich die letzten Gewinnerlose.

Die Tombola ist supergut angekommen. Ich werde wieder eine veranstalten – aber erst in fünf Jahren, wenn der Flohmarkt 30 wird!

Ab Mitte Oktober begannen die Einkäufe. Ich hatte Gott sei Dank Sabrina und Gesine als "tragende Hilfen" zur Seite. Wir brauchen inzwischen so viele Lebensmittel, dass wir sie gar nicht mit einer Wagenladung heranschaffen können!

Die ersten Anmeldungen trudelten schon Anfang August ein, und am 9. September war bereits der letzte Hallenplatz vergeben! Jetzt gab es nur noch Plätze draußen. Auch für draußen hatten sich über 25 Aussteller angemeldet. Ab Mitte Oktober musste ich vielen absagen. Voll ist einfach voll! Gestern haben sich schon die ersten sechs Aussteller fürs nächste Jahr eintragen lassen!

Dieses Mal hatte ich besonders viele Aussteller, die von sehr weit her gekommen sind und teilweise zwei Stunden Fahrtzeit hatten.


Die Herkunftsorte einiger Aussteller

Viele Draußen-Aussteller haben in den Tagen vor dem 6.11. ihre Anmeldung zurückgezogen, weil das Wetter mehr als ungemütlich war und die Wettervorhersage schwankte – von starkem Regen über ungemütlich trüb bis hin zu sonnig – täglich gab es einen anderen Wetterbericht.

Letztendlich hat Petrus doch mitgespielt. Es schien zwar keine Sonne, aber der Tag blieb bis auf ein ganz bisschen kurzen Nieselregen trocken.

Trotz der guten Planung und Vorbereitung wird es in den letzten Tagen vor dem Flohmarkt immer stressig, einfach, weil viele Arbeiten erst kurz vorher erledigt werden können. Am Donnerstag früh rückte ein großes Putzteam mit Angela und ihrem Mann Friedrich, mit Sabrina und Ehemann Thorsten, Gesine und Susanne an. Sie haben den ganzen Tag auf dem Hof gewerkelt. Leider habe ich nicht genug Videoaufnahmen von der produktiven Arbeit!



Mein Hof ist jetzt auf Hochglanz geputzt, die Halle sauber und glatt geharkt, Parkplatz und Remise aufgeräumt, Stühle und Tische gewaschen, ebenso die Gastboxen und der gesamte Vorraum sauber. Wir machen keinen Frühjahrsputz, sondern einen Flohmarktputz!

Je näher der Flohmarkttag rückt, desto mehr steigt meine Anspannung: Werde ich genügend Besucher haben? Wie wird die Tombola ankommen? Spielt das Wetter mit? Wieviel Waffelteig muss ich anrühren, wie viele Würstchen einkaufen?

Mitte der Woche saß ich dann mit Sabrina über der Excel-Tabelle und teilte die Stände ein. Das ist ein 2-3 Stunden-Job, denn ich möchte alle Wünsche der Aussteller berücksichtigen: Wer einen Bandenplatz haben möchte, wer nicht so gut laufen kann und weit vorne stehen muss, wer erst am Sonntag anreisen kann und deshalb auch einen der vorderen Plätze braucht… Ich kann es nicht immer allen Recht machen, aber wir geben uns große Mühe!

Wenn dann der Flohmarkttag morgens um 6.00 Uhr für mich beginnt, muss ich loslassen, den Tag einfach genießen. Es ist alles gut vorbereitet, jeder aus meinem Helferteam kennt seine Aufgaben, ich bin fast überflüssig, kann rumlaufen und Klönschnack halten. Helfen und eingreifen kann ich nicht.


Morgens um 9.00 in meiner Halle: Flohmarktbeginn erst in einer Stunde!


Und eine halbe Stunde später!

Trotz aller Bedenken klappt es immer wie am Schnürchen! Ich habe supernette Aussteller, die sich jedes Jahr für die tolle Organisation bedanken und ebenso nette Besucher. Es ist eine so tolle, geschäftige und trotzdem harmonische Stimmung. Unglaublich, wie viele Sachen am Abend zuvor reingeschleppt und am nächsten Tag mit fröhlichen Besuchern die Halle wieder verlassen.

Gegen 13.30 ebbte dieses Mal der Besucherstrom ab, die ersten Aussteller begannen, ihre Sachen einzupacken. Und auch für uns hieß es aufräumen.

Jedes Jahr ist gegen 17.00 Uhr der "Spuk" vorbei, die Halle ist wieder fürs Reiten hergerichtet, meine Pferde sind ganz nebenbei versorgt und gefüttert worden, und in der Küche ist schon wieder Ordnung, weil sich irgendjemand daran gemacht hat, alle Gerätschaften – von Waffeleisen bis Kaffeekannen – abzuwaschen.

Nach einer kurzen Manöverkritik über den Tag, fahren alle todmüde nach Hause. Ich habe gestern gleich ein heißes Bad genommen und eine Stunde geschlafen, ehe ich abends noch mal nach den Pferden gesehen und meine Hunde ausgeführt habe. Die hatte ich dieses Jahr in der Wohnung gelassen, weil sie sich hier am sichersten fühlen. Sie waren abends schon ein bisschen mitgenommen, aber haben sich besser geschlagen, als in den Jahren zuvor.

Dass am Flohmarkt hier immer so eine nette Stimmung herrscht, habe ich nicht zuletzt meinem engagierten Helferteam zu verdanken, allen voran Sabrina, die mit mir alle Einkäufe erledigt hat und die beste Standeinweiserin ist, die ich kenne! Die ganze Woche hat sie mir geholfen, mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Aber auch alle anderen haben mich wundervoll unterstützt: Angela und Friedrich, Thorsten, Susanne, Gesine und ihre Freundin, Julia und ihr Mann Frank, Frauke, Dani, Christine und Losverkäuferin Susanne. Danke an euch alle, ohne euch würde es den Flohmarkt in dieser Form nicht geben.!

Mein Dank geht auch an die Aussteller, die sich wie immer vorbildlich verhalten haben. Ich bin jedes Jahr aufs Neue überrascht, wie sauber und aufgeräumt die Halle nach dem Wust von Leuten ist und wie sauber alle ihre Stände verlassen! Abgesehen von einigen wenigen Preisschildchen, die wohl beim Raustragen noch von den Artikeln abfallen, liegt kein bisschen Müll rum. Danke!

Jetzt gibt es zum Abschluss noch ein kleines Video, das ich vorhin zusammengestellt habe:



Sonntag, 31. Juli 2016

Jubiläum: 25 Jahre Reiterflohmarkt in Tangstedt

Dieses Jahr ist Jubiläum: 25 Jahre Reiterflohmarkt in Tangstedt!

Ich hätte niemals gedacht, dass mein Pferdeflohmarkt sich so viele Jahre halten und obendrein immer größer werden würde. Inzwischen ist daraus eine richtige Großveranstaltung geworden. Und das bedeutet, dass ich schon jetzt – über drei Monate vorher – mit der Planung beginnen muss. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Arbeit in der Veranstaltung steckt, damit alles reibungslos funktioniert. Ohne die vielen helfenden Hände würde ich das alleine gar nicht mehr wuppen können.

Weil dieser Flohmarkt mit 25 Jahren ein besonderer Termin ist, werde ich eine Tombola veranstalten. Es wird viele interessante Preise geben, und JEDES Los wird gewinnen!

An alle gewerblichen Aussteller: Viele hatten mir letztes Jahr schon Preise für die Tombola versprochen. Natürlich dürft ihr dafür am Tombola-Tisch Werbung für euer Unternehmen/Produkt machen!

Letztes Jahr war ich mit Ständen absolut ausgebucht. Wenn ihr also als Aussteller teilnehmen möchtet, dann meldet euch bitte rechtzeitig an, damit ich noch einen Platz reservieren kann. Ich hoffe natürlich auf gutes Wetter, damit wieder Stände nach draußen ausweichen können! Mir wäre es lieb, wenn die meisten Aussteller (so wie auch im letzten Jahr) schon am Samstag ihren Stand aufbauen. Gilt natürlich nur für die Plätze in der Halle.

Für die Anmeldung brauche ich von euch eine Email mit Name und Telefonnummer – und rein interessehalber den Ort, wo ihr herkommt.

Für alle Interessierte gibt es eine Facebook-Seite: Klick

Da könnt ihr euch verabreden, austauschen, vielleicht auch Gleichgesinnte finden, die einen Stand mit euch teilen wollen…







Mittwoch, 18. Mai 2016

Alles neu macht der Mai

Die letzten Wochen waren wieder sehr ereignisreich, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Im letzten Monat war ich krank, da plagte mich eine Gürtelrose. Unglaublich, was man alles so kriegen kann… Die habe ich aber Gott sei Dank rückstandslos überstanden. Hat mich aber sehr mitgenommen und ich war total schlapp und antriebslos.

Dann hatte ich seit zehn Jahren das erste Mal wieder ein Kolik im Stall. Dieses Mal hat es Dango erwischt. Der gleich herbeigerufene Tierarzt diagnostizierte eine Darmverschiebung. Das hatte ich wirklich noch nie. Die Tatsache, dass diese Kolik drei Tage später erneut auftrat, bestärkte mich darin, mein Großprojekt "Pferdepaddock" schneller in Angriff zu nehmen, als eigentlich geplant.

Aber der Reihe nach:

Dango macht mir überhaupt ein bisschen Sorgen. Seit diesem Winter ist seine Arthrose schlimmer geworden. Er kommt morgens doch recht klamm aus der Box, geht insgesamt steif und bedächtig. Er ist dieses Jahr 19 geworden. Das ist zwar ein stolzes Alter, aber noch lange kein Grund zum alten Eisen zu gehören. Aufgrund der Arthrose beschloss ich, sowohl Cera als auch Dango in die beiden Außenboxen umzusiedeln und dafür den Auslauf vor den Boxen deutlich zu vergrößern. Nichts hilft bei Arthrose besser als viel Auslauf. Dieses Projekt war für den Spätsommer geplant. Nun habe ich es vorgezogen.

Dafür mussten leider Madrigal und Cornette ihre Plätze mit meinen beiden tauschen. Für Pferde und Besitzer eine bittere Pille. Aber Gesundheit geht nun mal vor.

Das Projekt war deshalb so aufwändig, weil ich nicht nur den Hundeauslauf aufgeben musste, sondern auch noch Altzäune entfernen, die schon seit über 15 Jahren in der Erde stecken: Drahtgitter, Maschendrahtzaun und vergammelte Holzlatten. Der Bereich war früher einmal Ziegenauslauf und Überweg zur Weide.

Den alten Holzzaun konnte ich alleine entrümpeln, aber den alten Draht kriegte ich einfach nicht aus der Erde. Mein schwacher Rücken ist da leider auch keine große Hilfe. Wie gut, dass einen Abend Sabrina Zeit hatte. Gemeinsam konnten wir die Drahtreste ausgraben. Sie gingen deshalb so schwer raus, weil sie von den Pappeln überwurzelt waren. Aber wir haben es geschafft.

In einer großen Sonntags-Aktion, die auch Sabrina organisiert hatte, räumten wir die Reste beiseite. Julia und ihr Mann Frank, Gesine, Sabrina, Anna und Manuel packten kräftig mit an. Ein großes Hindernis war die alte Hundehütte. Die hatte ich in den Tagen zuvor schon zum Teil auseinander gebaut. Sie war aber immer noch so schwer, dass ich sie nicht einmal um wenige Zentimeter anheben konnte, geschweige denn wegtragen. Selbst mit mehreren Mann konnten wir nichts ausrichten. Frank hatte die glorreiche Idee das Teil mit unseren großen Plastiktonnen zu bewegen. "Das haben die alten Ägyptern schon mit den Steinquadern für ihre Pyramiden so gemacht", meinte er, "das muss klappen!"

Gesagt, getan. Nun steht das Monstrum in der hintersten Ecke des Reitplatzes.

Von den Aufräumarbeiten gibt es ein Video:



Ich bedanke mich bei allen, die so tatkräftig mit angepackt haben. Alleine hätte ich das nie geschafft!

Der erste Schritt zum Cero-Dango-Paradies war also getan. Jetzt mussten noch die Bauzäune, die als Hundegitter fungierten, weggeräumt werden und die Roundpengitter umgestellt. Wieder bot sich Sabrina an, mir zu helfen. Die Bauzäune sind nicht schwer, aber total unglücklich wegzutragen. Wir hatten in den letzten zwei Wochen immer viel Wind, und obwohl die Zäune in der MItte nur aus dünnem Draht bestehen, werden sie umgeweht. Bei drei Metern Länge kann einer allein kaum dagegen halten. Sabrina kam schon zur Mittagszeit, damit uns der ganze Nachmittag für die Umbauten Zeit blieb. Und das war auch gut so, denn während der Arbeiten stößt man ja doch immer wieder auf unerwartete Probleme!

Erst wollte ich mit dem Umbau auch bis nach Pfingsten warten. Was wenn wir nicht fertig werden würden? Die Pferde konnten ja nicht ewig draußen bleiben, und waren die Zäune erst einmal abgebaut, hätte ich nicht gewusst, wo ich die "Draußen-Pferde" hätte zwischenparken sollen…

Sabrina ist ja immer zuversichtlich. Klar, das schaffen wir locker! Na ja, so ganz locker war es nicht. Aber es hat geklappt: Erst die Hundegitter wegtragen, dann versuchen, die Roundpen-Gitter in einer Reihe als Zaun neu aufstellen. Ich habe nicht gewusst, dass ein Roundpen nur dann sicher steht, wenn er zu einem Kreis, bzw. Halbkreis aufgestellt ist. In einer geraden Linie stehend, kippen die Gitter gemeinschaftlich um! Schade, dass ich nicht filmen konnte, wie sich Sabrina dagegengestemmt hat, um die Reihe zu sichern, während ich in den Stall rannte, ein Seil zu holen, um den Anfang am Stallpfosten festzubinden. Es musste schnell gehen. Wäre die Reihe umgekippt, wir hätten sie kaum wieder aufrichten können. Ich griff mir mein altes Ringrope. Für was das doch alles gut ist!

Weil mir die Gitter zu wackelig schienen – auch nachdem wir sie am Anfang mit Schrauben gesichert hatten, schlugen wir einige meiner Weidepfosten zur Sicherung in den Boden und banden sie daran fest. Jetzt steht der Zaun sicher genug. Zumal ich weiß, dass meine beiden Pferde keine Rabauken sind…

Auch von dieser Aktion habe ich ein kleines Video:




Völlig k.o., aber zufrieden, sammelt wir am späten Nachmittag die Pferde vom Paddock.


Nun war Organisation gefragt, denn nur Danny und Rasga bewohnten noch ihre alten Boxen. Keines der Pferde würde also sein neues Zuhause finden. Wir haben sie einzeln geführt. Erst einmal Danny und Divina. Divina wohnt jetzt in Dangos alter Box. Dann Cera und Dango, die nach draußen gingen. Zuletzt Madrigal und Cornette.

Die beiden hatten schon auf dem Paddock spitz gekriegt, dass irgend etwas im Busch war und sind wie von der Tarantel gestochen in den Stall gelaufen. Aufhalten ging nicht! Wie immer wollten sie in ihr altes Zuhause. Madrigal war sichtlich aufgebracht, dass dort schon andere Kumpels eingezogen waren. Er hat den ganzen Tag gewiehert – obwohl seine Cornette direkt neben ihm in der Box gefressen hat. Er war schon besorgt, wenn Cornette an Danny Interesse zeigte.

Und meine beiden "Offenstaller": Cera war anfangs begeistert, schließlich wuchsen überall noch Grasbüschel und Löwenzahn, die ihr gleich zum Opfer fielen. Dango war wie immer besorgt. Er kam zu jedem, der den neuen Paddock begutachtete zum Tor und schien zu sagen: Schön, dass du kommst. Hol mich in meine alte Box. Ich wohne ja gar nicht hier… Der neue Stall hat ein Blechdach, was bei starkem Wind Geräusche macht, und auch die Roundpen-Gitter machen seltsame Geräusche, wenn man dagegen stößt. Das war für Dango doch sehr aufregend. Pferde sind doch Gewohnheitstiere. Alles, was neu und anders ist, wird erst einmal abgelehnt.

Inzwischen sind vier Tage vergangen. Die Aufregung hat sich etwas gelegt, aber ich muss die Pferde immer noch einzeln reinholen. Was ich aber jetzt schon feststellen kann, dass die viele Bewegung – Cera und Dango laufen den ganzen Tag hin und her, Dango sehr gut tut. Er ist schon jetzt etwas wacher und mobiler geworden. Und er hat sich mit seiner neuen Umgebung angefreundet.

Im Anschluss noch ein paar Fotos, die Angela am Samstag gemacht hat. Da seht ihr, wie schön alles geworden ist.



Ich bin begeistert, wie gut sich die beiden verstehen.




Platz ohne Ende. Rechts seht ihr noch einen gespannten Zaun. Den werde ich in den nächsten Tagen entfernen, wenn sich beide gut eingelebt haben. Dann haben sie noch ein Stückchen Weide zusätzlich.


Da stehen beide einträchtig nebeneinander und fressen Heu in der Einzelbox. Nicht, dass es für beide einen Fressplatz geben würde…



Hier fange ich gerade an, die Hundehütte wieder zusammenzubauen. Cera muss natürlich genau sehen, was ich da mache und würde am liebsten mithelfen.


Mein Paradies…


Apollo und Zeus müssen jetzt durch den Cera-Dango-Paddock hindurch, wenn sie zur Weide wollen. Wie schön, dass sich meine Pferde mit ihnen gut verstehen. Sie haben sogar schon im Pferdepaddock geschlafen!



Mittwoch, 30. März 2016

Kleiner Abendspaziergang meiner Hunde

Kennt ihr das? Da sitze ich hier so gemütlich am PC, in einer Hand das Telefon, um mit Silke Vallentin Änderungen für ihr Buch zu besprechen, wollen die Hunde nach draußen. Na ja, ist auch Zeit für ihr Abend-Pipi. Das war so gegen 22.00 Uhr.

Eine gute Stunde später – ich bin immer noch am Telefon – denke ich: Ist so ruhig draußen! Oft liegen die Hunde einfach im Gras und genießen die frische Abendluft.



Ich sag noch zu Silke: "Warte einen Moment, ich muss mal die Hunde reinholen", und werfe beiden einen Snack auf ihre Liegefläche.

Aber als ich die Terrassentür aufgemacht hatte: Gähnende Leere. Mist! Keine Hunde mehr da, dafür eine sperrangelweit aufgerissene Gartenpforte! Ich hatte am frühen Abend noch Besuch gehabt, der wohl die Pforte nicht geschlossen hatte. Ich habe ihn mit allerlei Verwünschungen bedacht!

Ich also rein in meine Jacke, Taschenlampe geschnappt und ab auf die Schulstraße. Kein Hund weit und breit. Inzwischen war es ja schon nach Mitternacht. So richtig laut rufen wollte ich da auch nicht mehr.

Gott sei Dank sah ich Licht in der Wohnung bei Anna und Manuel. Die mussten mir bei der Suche helfen. Ich hätte ja gar nicht gewusst, in welche Richtung ich zuerst hätte laufen sollen.

Wenn mir die Hunde ausbüxen habe ich immer ein ungutes Gefühl. Wurden sie angefahren? Haben sie einen fremden Hund angemacht? Haben sie einen Autounfall verursacht?

Eigentlich muss ich mir keine Sorgen mehr machen, denn sie sind bisher immer wieder von alleine zurückgekommen. Aber nun waren schon zwei Stunden vergangen und sie waren immer noch nicht da. Ich verfalle dann immer in ein Gefühl von Panik. Auch die Tatsache, dass nach Mitternacht kaum noch Autos fahren und auch keine Hunde-Spaziergänger mehr da sind, hat mich nicht wirklich beruhigt.

Unterwegs traf ich unseren Jachtpächter, der zu später Stunde nach Hause fuhr (er wohnt ganz am Ende der Straße mitten in der Wildnis). Als er erfuhr, dass ich meine Hunde suche, erhielt ich erst einmal einen Vortrag, dass frei laufende Hunde unerwünscht seien und sein Wild vertreiben würden. Ach was!


Zeus liegt auf der Pferdeweide auf der Lauer


Apollo: Immer auf der Hut.

Anna und Manuel und ich haben uns dann noch jeder mit seinem Auto auf den Weg gemacht. Man schafft deutlich mehr Wegstrecke in kürzerer Zeit!

Ich war nach einer Rundreise durchs Dorf gerade auf dem Weg zu unserem kleinen Einkaufszentrum und hatte mir überlegt die Hunde nun bei der Polizei als vermisst zu melden, als der erlösende Handy-Anruf kam: Anna und Manuel hatten die Hunde auf der Hauptstraße gesehen. Sie hatten offenbar mein Auto gehört und waren mir hinterher gelaufen, dann aber in eine Seitenstraße abgebogen.

Was für eine Erleichterung. Die Seitenstraße führte wieder in mein Wohnviertel mit den vielen kleinen Einzelhäusern und Stichstraßen. So waren sie dann schneller wieder zu Hause, als ich den Weg mit dem Auto zurückgelegt hatte.

Sie waren kein Stück abgekämpft. Sie hatten sogar noch die Kraft, Anna auf dem Grundstück zu verbellen. Sie haben unheimlich viel getrunken, und Zeus liegt hier wie tot und schläft. Apollo ist unruhiger visiert mich immer an und wedelt dann. Ich glaube, der ist noch viel froher, wieder im heimischen Wohnzimmer zu sein!

Puh, was für eine Aufregung. Das muss ich kein zweites Mal haben!!!

So, und jetzt trinke ich ganz in Ruhe eine weitere Tasse Tee, zünde mir genüsslich eine Zigarette an und beruhige mich wieder!



Die zwei können kein Wässerchen trüben!


Sonntag, 6. Dezember 2015

Vor-Nikolausi bei mir

Überall finden derzeit Weihnachtsfeiern statt. Da wollen wir bei mir im Stall doch keine Ausnahme machen! Allerdings ohne Tannenzweige und Kerzen und ohne Absingen von Weihnachtsliedern… 

Wie in den letzten Jahren auch, hat sich Sabrina bereit erklärt, die Terminabsprache für alle zu übernehmen, so dass unser Treffen dieses Jahr auf einen Samstag gefallen ist, damit alle dabei sein können.

Wir treffen uns traditionsgemäß am Vormittag zum Stallmachen und anschließend zum geselligen Beisammensein in meinem Wohnzimmer. Und weil nur Kuchen- und Plätzchen essen und Klönen langweilig ist, spielen wir anschließend das Wortspiel "Tabu".

Wer es nicht kennt: Zwei Teams spielen gegeneinander Begriffe-Raten. Ein Teammitglied darf eine Minute lang Begriffe (die auf Spielkarten stehen) erklären, die das eigene Team dann erraten muss. Das wäre nicht weiter spannend – wenn es nicht die Regel gäbe, dass ganz wesentliche Worte bei der Erklärung nicht erwähnt werden dürfen. Ginge es um den Eifelturm, dann wären Worte wie Frankreich, Paris, Eisen, Gebäude nicht erlaubt! Und erklärt mal den Begriff Salamander, wenn "Schuhe", "Tier", "Reptil" und "gestreift" nicht vorkommen dürfen…

Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß und haben viel gelacht!

Aber der Reihe nach: Weil wir so viele Helfer waren, wurden nicht nur die Boxen gründlich gemistet, sondern auch die Eingänge der Halle und des Stalls von Unkraut befreit und gefegt. Wir konnten sogar eine Menge Laub vom Reitplatz harken. Der kräftige Wind hat den Hufschlag fast trocken gepustet. Julia hat den Hufschlag geharkt und Manuel und ich haben uns mit der neuen – leider nicht passenden – Stalltür beschäftigt. Dazu wird es einen eigenen Beitrag geben, denn diese Geschichte ist wirklich zu und zu komisch…


Hier seht ihr Julia, Manuel, Sabrina und Anna bei einem kleinen Kickerduell. Der Kicker gehört Manuel und wir haben ihn seit dem Flohmarkt in der Gastbox in der Halle zwischengeparkt.

Der Rest der Truppe – Gesine, Susanne, Angela und ich waren unterdessen mit den Hunden auf der großen Wiese spazieren.


Dann ging's ab zum Kaffeeklatsch – mit leckeren Plätzchen, selbstgemacht von Angela, gesunden Manderinen und der immer wieder grandiosen Käsesahnetorte von Sabrina.


Wie aus der Konditorei! Sabrina ist inzwischen zu unseren Tortenback-Meisterin geworden und könnte glatt als Konditorin arbeiten.


Unsere traute Runde. Leider fehlt Antje an diesem Nachmittag. Sie musste kurzfristig absagen, weil ihr Mann überraschend ins Krankenhaus kam. Wir haben an sie und ihren Mann gedacht und wünschen ihm natürlich alles Gute und rasche Genesung!


Angela und Gesine. Angela ist ja auf den ganzen Bildern nicht zu sehen, weil sie die Kamera gehalten hat!


Hier amüsieren sich Gesine und Anna.


Von all dem unberührt hält meine Jenny ihr wohlverdientes Nickerchen auf Manuels weicher Weste!


Zeus liegt gelangweilt auf seiner Decke herum. Ihm war das nicht genug Action, während sich Apollo wieder unter meinem Schreibtisch versteckte, weil ja so viele Menschen im Wohnimmer herumwuselten.

Am frühen Abend musste Manuel weg, er hatte noch eine zweite Weihnachtsfeier bei seinen Kollegen! So hat er auch unsern leckeren Abendsnack verpasst. Nach dem vielen Süßkram kriegt man Appetit auf etwas Herzhaftes. Deshalb habe ich schon am Vortag einen Blumenkohlsalat gemacht und dazu Gemüsestreifen mit allerhand Soßen zum Dippen. Von Manuel und Anna kamen 4 weitere Dips dazu und selbstgebackenes Brot.

Ich wollte gerade in die Küche, um alles aus dem Kühlschrank zu holen, als Julia, Sabrina und Susanne unbedingt und schnell noch einmal zum Auto mussten… Merkwürdig…

Schon letztes Jahr haben wir beschlossen, dass wir uns nichts zu Weihnachten und nichts zum Geburtstag mehr schenken wollen. Das nimmt uns den Stress, uns jedes Mal etwas Nettes Ausdenken zu müssen, um den anderen zu überraschen.


Dieses Mal haben sich meine Reitschüler aber nicht daran gehalten! Sie hatten für mich eine Überraschung vorbereitet. Ich habe nicht schlecht gestaunt…


Das, was wie die Erstausstattung für meinen neuen Gemüsestand auf dem Wochenmarkt aussieht, deckt meine gesunde Ernährung für mindestens die nächsten zwei Wochen! Meine Reitschüler hatten allerhand frische Salate gekauft, Spinat, Grünkohl, zwei Basilikum-Pflanzen, Tomaten, Wirsingkohl und Zwiebeln, Zucchini und Süßkartoffeln. Dazu jede Menge frisches Obst, Nüsse und ein ganzes Kilo Honig!

Was für eine tolle Idee! Ich hatte wirklich Mühe, alles in meinem Kühlschrank zu verstauen. Und über den Honig freue ich mich auch besonders, weil ich ja nach wie vor raffinierten Zucker vermeide und alles mit Honig süße…


Die nächsten Smoothies sind mir jedenfalls sicher, und jede Menge gesunder Salat auch! Vielen Dank an euch alle!




Samstag, 10. Oktober 2015

Eine düstere Woche…

Liebe Leser,

Es gibt so Wochen, die möchte man am liebsten vergessen und hinter sich lassen. Für mich war das gerade so eine!

Was ist passiert? In dieser Woche sind Anna und Manuel mit ihren Pferden für ein paar Tage zum Strandreiten nach Dänemark gefahren, und ich wollte in der Zeit ganz viel mit den Pferden machen, hatte mir schon ein Stangentraining ausgedacht und viel reiten. Das Wetter war ja bilderbuchmäßig. Da ich dann auch die Außenboxen nicht versorgen musste, würde ich schnell mit der Stallarbeit fertig sein.


Aber dann kam alles anders. Die Woche fing schon am Montag schräg an. Da hatte ich mich nämlich entschlossen, Danny das erste Mal zu reiten. Das Wetter war fantastisch, der Außenreitplatz wie gemalt. Und Reitschülerin Susanne war gekommen, mir das Pferd festzuhalten, sollte Danny nicht stehen bleiben. So habe ich zuerst den nagelneuen Sattel "zusammengestellt", mit Bügeln, Sattelgurt und Satteldecke. Ich wollte Danny so gerne reiten, weil einen Tag später Tierärztin Anja Willbrandt angekündigt war, mit einer neuen Akupunkturmethode Danny und Divina zu behandeln. Nach der Behandlung dürfen die Pferde drei Tage nicht gearbeitet werden…

Als ich in die Box zu Danny zum Putzen ging hörte ich gleich das unsaubere Klackergeräusch seiner Eisen: Eins war halb ab! Also habe ich den Schmied angerufen, damit er rasch kommen möge. Erreicht habe ich ihn nicht, konnte nur auf Band sprechen.

Stattdessen habe ich Divina in die HSH-Ausrüstung gesteckt und bin mit ihr gelaufen. Für mindestens 15 Minuten – dann war der Schmied da. Er muss irgendwie hergeflogen sein. Bis das Eisen wieder zurechtgebogen war und fest saß, war es zu dunkel, um noch was zu machen.

Am Dienstag bekam ich Post von einem Rechtsanwalt mit einer Abmahnung. Ich habe irgendwann einmal ein Cartoon von Uli Stein auf meiner Internetseite veröffentlicht – ohne das zu dürfen. Die fordern jetzt richtig Geld. Ich habe mich im Internet schlau gemacht und gelesen, dass ich wohl eine von inzwischen 20.000 Leuten bin, die von dieser Kanzlei zur Kasse gebeten werden. Das kann ich nicht ohne Anwalt regeln. So verbrachte den Abend damit, einen Rechtsanwalt zu suchen, der auf Medienrecht spezialisiert ist. Solltet ihr also jemals auf die Idee kommen, ein Cartoon von Uli Stein bei Facebook oder auf eurer eigenen Seite zu veröffentlichen – lasst es!…



Am Nachmittag war Anja Willbrandt wie verabredet da gewesen und hat die beiden Pferde "bearbeitet". Dieses Mal ging es vor allem um die Faszien. Eine neue Akupunkturtechnik, die von der Dänin Tove Due entdeckt bzw. entwickelt wurde. Den Pferden hat es total gefallen, sie waren tiefenentspannt, und Divina hatte größte Mühe, ihre Augen offen zu halten. Die Behandlung hat über drei Stunden gedauert, ich war danach völlig durchgefroren, trotz des schönen Wetters. Habe ja auch nur rumgestanden und die Pferde gehalten…

Der Mittwoch begann mit Dauerregen. Mein Gott, was hat das hier geschüttet! So schlimm, dass ich keines der Pferde rausgelassen habe. Obendrein kam um die Mittagszeit mein Schmied, um wieder alle Hufe aufzuhübschen. Ich bin dann zwischen den Pferden und in den Boxen herumgekrochen, die Ködel einzusammeln…

Am Donnerstag hat es immer noch ganz arg geregnet. Weiden, Paddocks, Reitplatz und Mistplatte standen total unter Wasser. Trotzdem hätte ich die Putzis für eine Weile rausgelassen, sich die Beine zu vertreten. Aber dann sah ich es: Divina. Sie stand auf ihrem Balkon und wollte gar nicht reinkommen. Konnte sie auch nicht: Sie streckte ein Hinterbein etwas zur Seite. Und das war Ofenrohr dick. Es waren gar keine Übergänge zwischen Fesselgelenk, Sprunggelenk und Knie zu erkennen. Das arme Pferd! Natürlich habe ich sofort den Tierarzt angerufen. Und natürlich habe ich keines der Pferde nach draußen gelassen, wollte ja nicht unnötig Unruhe in die Gruppe bringen.

Der Tierarzt kam mittags. Divina hatte fast 40 Grad Fieber und eine Entzündung der Vene an der Innenseite des rechten Oberschenkels, wohl verursacht durch einen Trombus. Das Blut wurde nur noch spärlich abtransportiert . Eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Anfassen des Beines ging gar nicht. Und Gehen auch fast gar nicht. Gott sei Dank wirkten die gespritzten Mittel (Blutverdünnung, Antibiotika und Schmerzmittel) recht schnell, so dass sie dann wenigstens in die Box stolperte, um ein bisschen Heu zu knabbern. Die anderen Pferde im Stall durften in Zweiergruppen in die Halle, während ich die Tonnen von Mist nach draußen geschafft habe. Die Boxen waren richtig "durchgemust". Ich habe die Pferde dann in der Halle noch ein bisschen bespaßt. Zu mehr hatte ich keinen Nerv. Um Mitternacht habe ich noch Mal nach Divina gesehen. Ich fand ihr Bein noch viel dicker – was eigentlich gar nicht möglich sein konnte, weil die Haut schon so gespannt war.

Am Freitag Morgen gab es für Divina den gleichen Medizincocktail wie am Vortag (und seitdem täglich!). Gott sei Dank war das Fieber fast weg und Divina guckte schon wieder etwas frischer aus der Wäsche. Die Pferde habe ich noch einmal drin gelassen, wollte nicht riskieren, dass sich Danny oder Rasga in dem Schlamm ein Eisen abtreten…


Als ich am Freitag Nachmittag wieder in die Wohnung kam: Ein Anruf auf meinem AB: Es hatte sich meine Zahnarztpraxis gemeldet, ich möge doch bitte zurückrufen. Das Labor käme so nicht zu Recht, sie bräuchten dringend noch einen weiteren Abdruck. Alle, die hier regelmäßig mitlesen, wissen, dass ich im August 2014 meine erste große Zahn-OP in Vollnarkose hatte, im März diesen Jahres die zweite. Alle meine Zähne wurden saniert, ich bin jetzt "stolzer" Besitzer von 11 Implantaten. Leider ist die Arbeit noch immer nicht abgeschlossen. Dieses Abdrücke-Machen kostet mich immer den ganzen Tag, weil ich vorher so aufgeregt bin, mir anschließend die Zähne weh tun und ich eh schon so gernervt bin, dass es kein Ende gibt. Eigentlich sollte ich nur noch einziges Mal zur Anrpobe der neuen Zähne hin, die dann zwei Wochen später fest eingesetzt werden sollten. Eigentlich… Jetzt wird sich wohl wieder alles noch weiter nach hinten verschieben. Mit viel Glück kann ich dann zu Weihnachten wieder fest zubeißen!

Aber gut, heute ist Samstag, und ich kann die letzte Woche zu den Akten legen. Die Pferde sind – bis auf Divina – alle gesund, alle geputzt und geritten, bzw. an der Hand gearbeitet. Und die Sonne hat heute auch wieder geschienen. Und Divinas Bein wird allmählich wieder dünner. Es wird aber wohl noch eine Woche dauern, ehe sie mit den anderen raus darf.

Vielleicht sollte ich mir zur Abwechslung Mal das Buch unten zu Gemüte führen?

Herzerwärmende Kurzgeschichten zum Lachen und Weinen:

Hühnersuppe für die Seele - für Frauen 

Dieses Buch bringt seine Leserinnen zum Lachen und Weinen und lässt sie fühlen, was wirklich wichtig im Leben ist. Es ermutigt dazu, Hindernisse zu überwinden, Träume zu verwirklichen und Brücken zwischen den Generationen zu schlagen.

Samstag, 5. September 2015

Normaler Alltag im Stall Schöpke

In den letzten 14 Tagen ging es hier ziemlich geschäftig zu, ein Termin jagte den nächsten. Letzten Dienstag war unser Sattler Frank Kähler da, um Julias Pferd Danny zu besatteln. Er hatte etliche Modelle mit, und drei davon kamen in die engere Wahl. Julia hat sich nach dem Probereiten für einen bequemen Massimo-Sattel entschieden. Damit ist sie in der Ausrüstung für Danny komplett und kann mit ihrem Pferd „loslegen“ – wenn seine Füße in Ordnung gebracht sind.

Unser Schmied kam am Donnerstag, und der war mit dem Zustand von Dannys Hufen gar nicht zufrieden. Seine Hufe sind an den Rändern völlig ausgebrochen und bröselig und insgesamt viel zu kurz. Die brüchigen Kanten rühren von den Nagellöchern der Eisen her, die erst vor fünf Wochen – noch beim Vorbesitzer – abgenommen worden waren. Mein Schmied hat die Hufe nur leicht berunden können und vorgeschlagen, das Pferd mindestens sechs Wochen nicht zu reiten, damit die Füße eine Chance haben, nachzuwachsen. Er empfahl Hufschuhe zu besorgen, oder Klebe-Eisen…


Danny lacht sich eins. Er genießt ein paar arbeitsfreie Tage im Kreise seiner Kumpels.

Prompt kam Danny am Folgetag sehr klamm aus der Box, wollte Abends auch gar nicht mehr auf seinem gepflasterten Balkon stehen. Ich habe daraufhin für den Balkon die alte Einstreu aus allen Boxen zusammengekarrt und ihm draußen wie drinnen in der Box eine dicke Matratze eingestreut.

Trotzdem wurde es nach drei Tagen nicht besser. Julia musste den Tierarzt zu Rate ziehen. Der diagnostizierte eine Huflederhautentzündung vorne und riet Julia, das Pferd mit Klebeeisen zu versorgen. Gott sei Dank hatte er auch die Nummer eines Schmiedes, der ausschließlich und schon seit Jahren mit Klebe-Eisen arbeitet. Der kommt schon morgen am Samstag. Eine Woche lang kriegt Danny nun ein leichtes Schmerz- und Entzündungshemmer-Mittel und hat Arbeitspause.

Ansonsten hat sich der Dicke prima eingelebt, ist gut Freund mit allen anderen und macht alle paar Minuten Mähnekraulen mit Divina oder Dango – je nachdem, wer gerade an Krauleinheiten interessiert ist.

Letzten Donnerstag war zeitgleich mit dem Schmied die Osteopathin Sabine Grewe wieder auf meinem Hof. Ich wollte sie dieses Mal für Dango haben, der ja unter den wechselnden Temperaturen und dem feucht-schwülen Wetter sehr gelitten hat. Er hat sich wieder mächtig gescheuert und kommt recht steif aus seiner Box. Die Arthrose macht ihm zu schaffen, und er braucht ein paar Minuten, um sich einzulaufen. Das kann ich nachvollziehen, weil sich bei mir bei so einem Wetter auch die Knochen melden.


Dango im Spanischen Schritt. Den hat er erst bei mir gelernt und liebt diese Angeberpose!

Dango wird von den Reitschülern und mir geputzt, eingesprüht, regelmäßig eingecremt und ganz doll lieb gehabt, aber das hilft seiner Arthrose natürlich wenig. Sabine Grewe hat Brust und Halswirbel zurecht gerückt, Muskelverklebungen behoben und ihn zum Abschluss mit einer kleinen Reiki-Behandlung verwöhnt. Das hat er sichtlich genossen!

Ich bekam die Auflage, ihn nach zwei Tagen Pause eine Woche lang alleine zu reiten, um ihn beim Reiten gerade zu richten und gut an den äußeren Zügel zu bringen. Das ist für meine Reitschüler einfach schwer zu erzeugen, und auch ich habe dabei ganz schön viel Mühe. Ich soll alle Lektionen abrufen, die er schon einmal konnte, so gut, wie es eben geht, damit er nicht völlig einrostet.

Dango ist in den letzten Jahren doch ganz schön gealtert. Wie sagte vor ein paar Jahren ein Orthopäde nach der Diagnose einmal zu mir? „Der Zustand Ihrer Knochen ist ihrem Alter leider weit voraus!“ Da habe ich schon etwas verdutzt geguckt, damals!

Vielleicht geht es Dango mit seinen Gelenken auch so. Trotzdem reite ich mit ihm alle Dressurlektionen, die er einmal beherrscht hat. Er gibt sich wie immer die größte Mühe, und ich kann spüren, wie sehr es ihn freut, wieder mehr gefordert zu werden. Ich habe ihn die ganze Woche bewegt und bin sehr viel galoppiert, dabei entspannt er am meisten. Große Galopp-Pirouetten, Fliegende Wechsel, Schulterherein, Traversalen und Verstärkungen in den Gangarten sollen ihn wieder ein bisschen „ölen“ – natürlich nach einer langen Einlaufphase im Schritt. So ganz gelungen ist mir das in dieser einen Woche nicht, aber es hat ihn insgesamt wieder etwas fleißiger und wacher gemacht.

Das zweite Pferd in Sabine Grewes Behandlung war Julias Danny. Auch bei Danny gab es allerhand Punkte, die zu behandeln waren. Von der Hüfte bis hin zur Halswirbelsäule. Aber ich vermute, dass ein Osteopath sowieso immer etwas findet, was er verbessern kann. Für Danny bekamen wir zusätzlich von Sabine die Empfehlung, die Leber zu entgiften, um den Stoffwechsel anzukurbeln und seiner Körperfülle entgegen zu wirken.

Nach einer intensiven Internet-Recherche bin ich auf eine Firma gestoßen, die diese Kräuter zur Entgiftung in entsprechenden Mischungen getrocknet anbietet. Also nicht verarbeitet und pellettiert. Ich kann diese Firma sehr empfehlen. Zahlreiche Artikel informieren über die verschiedenen Wehwehchen und was man dagegen tun kann. Und auch am Telefon bekommt man detaillierte und fachkundige Auskunft. Die Lieferung erfolgt ultraschnell. Was bis 11.00 Uhr morgens bestellt ist, wird noch am selben Tag verschickt! Wer selber einmal schauen möchte: http://www.natural-horse-care.com/.

Auf dieser Seite wurde darauf hingewiesen, dass man, bevor man die Leber entgiftet, erst die Nieren in Gang bringen soll, damit die in der Lage sind, die Giftstoffe ordentlich abzutransportieren. Weil ich weiß, dass auch Dangos Stoffwechsel gestört sein muss (er hat ja Sommerexzem) und auch Cera ewig mit ihren Pfunden kämpft, habe ich die Nieren- und Leberkräuter gleich für meine Pferde mitbestellt. Zusätzlich gab es noch ein Pulver, um Dannys Hufwachstum anzukurbeln.

Als Evi (Besitzerin von Rasga) von meiner Entgiftungskur hörte, wollte sie sich auch noch mit einklinken. So dürfen sich jetzt alle Stallpferde mit dem neuen Kräuterzusatz auseinandersetzen. Sehr große Begeisterung kam zunächst nicht auf. Vor allem Divina und Danny haben ihren Hafer mit der Nase hin und her geschoben und hineingeschnorchelt und den Trog erst bis zum anderen Morgen komplett leergefressen. Dass Cera auch die bitteren Kräuter mit aufschleckt, muss ich nicht extra erwähnen… Lach.


Cera in einer leichten Trabverstärkung.

So intensiv, wie ich mit Divina und Dango auf dem Platz unterwegs war, so regelmäßig habe ich auch Cera geritten. Sie ist zurzeit lahmfrei und bei den kühlen Temperaturen auch äußerst gehfreudig. Ich habe sie die letzten Tage sogar wieder mit Kandare geritten.


Ceras Lieblingsübung, das Steigen. Immer noch mühelos und kraftvoll.

Ich bin immer wieder begeistert, dass ich noch alle Lektionen abrufen kann. Sie geht nicht mehr so leichtfüßig wie früher, aber fleißig und für mich mit wenig Anstrengung.


Cera im Spanischen Gruß. Ich stehte leider etwas im Weg.

Julia hat immer noch Herzchen in den Augen, wenn sie bei ihrem Danny steht.


Zwei, die sich ganz doll mögen: Julia mit ihrem „Dicken“.

Für Julia waren die letzten beiden Wochen mindestens ebenso spannend wie für ihr Pferd, obwohl sie ihn bisher nur drei Mal reiten konnte.

Das erste Mal der Schmied, dann die Osteopathin, das erste Mal erlebt, wie es ist, wenn man sich einen neuen Sattel anschafft.

Und auch der erste Tierarztbesuch war im Vorwege total aufregend.

Die ersten Horsemanship-Stunden mit Manuel… Natürlich hat sie schon ein wenig Horsemanship-Erfahrung mit meinen Pferden gesammelt, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man vor oder neben dem eigenen Pferd steht…

Aber jetzt hat Julia Urlaub und alle wichtigen Termine für ihr Pferd hinter sich gebracht. Jetzt können die beiden einander vertraut werden!


Das ist Antje, schon über 70, die heute das vierte Mal auf dem Pferd sitzt…


Was für eine tolle Cera! Sie hat so auf Antje aufgepasst und ist brav im Schritt um den Reitplatz gelaufen – mit Halfter und Seilzügeln dran. Und Antje? Sie kann vor lauter Aufregung, Konzentration, Freude und Fühlen noch gar keine Kommandos und große Erklärungen annehmen!