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Samstag, 5. September 2015

Normaler Alltag im Stall Schöpke

In den letzten 14 Tagen ging es hier ziemlich geschäftig zu, ein Termin jagte den nächsten. Letzten Dienstag war unser Sattler Frank Kähler da, um Julias Pferd Danny zu besatteln. Er hatte etliche Modelle mit, und drei davon kamen in die engere Wahl. Julia hat sich nach dem Probereiten für einen bequemen Massimo-Sattel entschieden. Damit ist sie in der Ausrüstung für Danny komplett und kann mit ihrem Pferd „loslegen“ – wenn seine Füße in Ordnung gebracht sind.

Unser Schmied kam am Donnerstag, und der war mit dem Zustand von Dannys Hufen gar nicht zufrieden. Seine Hufe sind an den Rändern völlig ausgebrochen und bröselig und insgesamt viel zu kurz. Die brüchigen Kanten rühren von den Nagellöchern der Eisen her, die erst vor fünf Wochen – noch beim Vorbesitzer – abgenommen worden waren. Mein Schmied hat die Hufe nur leicht berunden können und vorgeschlagen, das Pferd mindestens sechs Wochen nicht zu reiten, damit die Füße eine Chance haben, nachzuwachsen. Er empfahl Hufschuhe zu besorgen, oder Klebe-Eisen…


Danny lacht sich eins. Er genießt ein paar arbeitsfreie Tage im Kreise seiner Kumpels.

Prompt kam Danny am Folgetag sehr klamm aus der Box, wollte Abends auch gar nicht mehr auf seinem gepflasterten Balkon stehen. Ich habe daraufhin für den Balkon die alte Einstreu aus allen Boxen zusammengekarrt und ihm draußen wie drinnen in der Box eine dicke Matratze eingestreut.

Trotzdem wurde es nach drei Tagen nicht besser. Julia musste den Tierarzt zu Rate ziehen. Der diagnostizierte eine Huflederhautentzündung vorne und riet Julia, das Pferd mit Klebeeisen zu versorgen. Gott sei Dank hatte er auch die Nummer eines Schmiedes, der ausschließlich und schon seit Jahren mit Klebe-Eisen arbeitet. Der kommt schon morgen am Samstag. Eine Woche lang kriegt Danny nun ein leichtes Schmerz- und Entzündungshemmer-Mittel und hat Arbeitspause.

Ansonsten hat sich der Dicke prima eingelebt, ist gut Freund mit allen anderen und macht alle paar Minuten Mähnekraulen mit Divina oder Dango – je nachdem, wer gerade an Krauleinheiten interessiert ist.

Letzten Donnerstag war zeitgleich mit dem Schmied die Osteopathin Sabine Grewe wieder auf meinem Hof. Ich wollte sie dieses Mal für Dango haben, der ja unter den wechselnden Temperaturen und dem feucht-schwülen Wetter sehr gelitten hat. Er hat sich wieder mächtig gescheuert und kommt recht steif aus seiner Box. Die Arthrose macht ihm zu schaffen, und er braucht ein paar Minuten, um sich einzulaufen. Das kann ich nachvollziehen, weil sich bei mir bei so einem Wetter auch die Knochen melden.


Dango im Spanischen Schritt. Den hat er erst bei mir gelernt und liebt diese Angeberpose!

Dango wird von den Reitschülern und mir geputzt, eingesprüht, regelmäßig eingecremt und ganz doll lieb gehabt, aber das hilft seiner Arthrose natürlich wenig. Sabine Grewe hat Brust und Halswirbel zurecht gerückt, Muskelverklebungen behoben und ihn zum Abschluss mit einer kleinen Reiki-Behandlung verwöhnt. Das hat er sichtlich genossen!

Ich bekam die Auflage, ihn nach zwei Tagen Pause eine Woche lang alleine zu reiten, um ihn beim Reiten gerade zu richten und gut an den äußeren Zügel zu bringen. Das ist für meine Reitschüler einfach schwer zu erzeugen, und auch ich habe dabei ganz schön viel Mühe. Ich soll alle Lektionen abrufen, die er schon einmal konnte, so gut, wie es eben geht, damit er nicht völlig einrostet.

Dango ist in den letzten Jahren doch ganz schön gealtert. Wie sagte vor ein paar Jahren ein Orthopäde nach der Diagnose einmal zu mir? „Der Zustand Ihrer Knochen ist ihrem Alter leider weit voraus!“ Da habe ich schon etwas verdutzt geguckt, damals!

Vielleicht geht es Dango mit seinen Gelenken auch so. Trotzdem reite ich mit ihm alle Dressurlektionen, die er einmal beherrscht hat. Er gibt sich wie immer die größte Mühe, und ich kann spüren, wie sehr es ihn freut, wieder mehr gefordert zu werden. Ich habe ihn die ganze Woche bewegt und bin sehr viel galoppiert, dabei entspannt er am meisten. Große Galopp-Pirouetten, Fliegende Wechsel, Schulterherein, Traversalen und Verstärkungen in den Gangarten sollen ihn wieder ein bisschen „ölen“ – natürlich nach einer langen Einlaufphase im Schritt. So ganz gelungen ist mir das in dieser einen Woche nicht, aber es hat ihn insgesamt wieder etwas fleißiger und wacher gemacht.

Das zweite Pferd in Sabine Grewes Behandlung war Julias Danny. Auch bei Danny gab es allerhand Punkte, die zu behandeln waren. Von der Hüfte bis hin zur Halswirbelsäule. Aber ich vermute, dass ein Osteopath sowieso immer etwas findet, was er verbessern kann. Für Danny bekamen wir zusätzlich von Sabine die Empfehlung, die Leber zu entgiften, um den Stoffwechsel anzukurbeln und seiner Körperfülle entgegen zu wirken.

Nach einer intensiven Internet-Recherche bin ich auf eine Firma gestoßen, die diese Kräuter zur Entgiftung in entsprechenden Mischungen getrocknet anbietet. Also nicht verarbeitet und pellettiert. Ich kann diese Firma sehr empfehlen. Zahlreiche Artikel informieren über die verschiedenen Wehwehchen und was man dagegen tun kann. Und auch am Telefon bekommt man detaillierte und fachkundige Auskunft. Die Lieferung erfolgt ultraschnell. Was bis 11.00 Uhr morgens bestellt ist, wird noch am selben Tag verschickt! Wer selber einmal schauen möchte: http://www.natural-horse-care.com/.

Auf dieser Seite wurde darauf hingewiesen, dass man, bevor man die Leber entgiftet, erst die Nieren in Gang bringen soll, damit die in der Lage sind, die Giftstoffe ordentlich abzutransportieren. Weil ich weiß, dass auch Dangos Stoffwechsel gestört sein muss (er hat ja Sommerexzem) und auch Cera ewig mit ihren Pfunden kämpft, habe ich die Nieren- und Leberkräuter gleich für meine Pferde mitbestellt. Zusätzlich gab es noch ein Pulver, um Dannys Hufwachstum anzukurbeln.

Als Evi (Besitzerin von Rasga) von meiner Entgiftungskur hörte, wollte sie sich auch noch mit einklinken. So dürfen sich jetzt alle Stallpferde mit dem neuen Kräuterzusatz auseinandersetzen. Sehr große Begeisterung kam zunächst nicht auf. Vor allem Divina und Danny haben ihren Hafer mit der Nase hin und her geschoben und hineingeschnorchelt und den Trog erst bis zum anderen Morgen komplett leergefressen. Dass Cera auch die bitteren Kräuter mit aufschleckt, muss ich nicht extra erwähnen… Lach.


Cera in einer leichten Trabverstärkung.

So intensiv, wie ich mit Divina und Dango auf dem Platz unterwegs war, so regelmäßig habe ich auch Cera geritten. Sie ist zurzeit lahmfrei und bei den kühlen Temperaturen auch äußerst gehfreudig. Ich habe sie die letzten Tage sogar wieder mit Kandare geritten.


Ceras Lieblingsübung, das Steigen. Immer noch mühelos und kraftvoll.

Ich bin immer wieder begeistert, dass ich noch alle Lektionen abrufen kann. Sie geht nicht mehr so leichtfüßig wie früher, aber fleißig und für mich mit wenig Anstrengung.


Cera im Spanischen Gruß. Ich stehte leider etwas im Weg.

Julia hat immer noch Herzchen in den Augen, wenn sie bei ihrem Danny steht.


Zwei, die sich ganz doll mögen: Julia mit ihrem „Dicken“.

Für Julia waren die letzten beiden Wochen mindestens ebenso spannend wie für ihr Pferd, obwohl sie ihn bisher nur drei Mal reiten konnte.

Das erste Mal der Schmied, dann die Osteopathin, das erste Mal erlebt, wie es ist, wenn man sich einen neuen Sattel anschafft.

Und auch der erste Tierarztbesuch war im Vorwege total aufregend.

Die ersten Horsemanship-Stunden mit Manuel… Natürlich hat sie schon ein wenig Horsemanship-Erfahrung mit meinen Pferden gesammelt, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man vor oder neben dem eigenen Pferd steht…

Aber jetzt hat Julia Urlaub und alle wichtigen Termine für ihr Pferd hinter sich gebracht. Jetzt können die beiden einander vertraut werden!


Das ist Antje, schon über 70, die heute das vierte Mal auf dem Pferd sitzt…


Was für eine tolle Cera! Sie hat so auf Antje aufgepasst und ist brav im Schritt um den Reitplatz gelaufen – mit Halfter und Seilzügeln dran. Und Antje? Sie kann vor lauter Aufregung, Konzentration, Freude und Fühlen noch gar keine Kommandos und große Erklärungen annehmen!


Dienstag, 28. Juli 2015

Divina lernt HSH

Die Arbeit mit Divina wird konkreter. Ich mache jetzt mit ihr ziemlich konsequent HSH. Ich zeige euch dazu meine Notizen der ersten acht Tage: Tagebuch zu Divina und HSH.

Und einen Zusammenschnitt der letzten Wochen als Video (Obacht: 13 Minuten lang).

Wie ihr sieht, hat sich doch einiges zum Positiven gewendet!



Mittwoch, 22. Juli 2015

HSH-Tagebuch für Divina

Divina steht nun seit knapp 7 Wochen bei mir. Sie ist sieben Jahre alt, noch viel zu dünn, nicht bemuskelt, hat wenig Gleichgewicht. Ich habe Sorge, dass sie die Leinen um die Hinterbeine nicht akzeptiert und auskeilt und dann davonstürmt.


1. Tag, 22. Juli 2015

Ich kleide sie in voller HSH-Ausrüstung ein. Sie erträgt es wider Erwarten stoisch. Die Ausbinder sind zunächst auf volle Länge geschnallt. Auf dem Reitplatz draußen longiere ich sie erst einmal ein paar Runden, damit sie sich an die Leinen, die Ausbinder und den neuen Sattel gewöhnt. Sie bleibt gelassen, also lasse ich die Leinen langsam nach hinten gleiten und gehe auf größtmöglichen Abstand hinter sie. Ein leichtes Schnalzen setzt sie tatsächlich in Gang. Ich lenke sie auf den Hufschlag. Sie geht zögerlich, weiß mit dem Reiter hinter ihr nicht recht etwas anzufangen, aber sie geht. Allerdings habe ich Mühe sie auf dem Hufschlag zu halten, weil sie sehr schwankt, immer wieder zur Mitte der Bahn driften will. Nach einer Runde rufe ich "Haaaalt". Ich muss mich sehr in die Leinen hängen, bis sie stehen bleibt – und den Kopf ganz bis zur Erde streckt. Egal. Sie hat angehalten. Das wiederhole ich jeweils in der Mitte der langen Seiten. Mit immer dem gleichen Aufwand. Trotzdem lobe ich ausgiebig und beende die Lektion mit einer Longierrunde im Trab zum Lockern nach knapp 30 Minuten.

2. Tag

Divina geht deutlich sicherer auf dem Hufschlag. Und auch das Anhalten klappt mit viel weniger Leineneinsatz. Ihr Kopf bleibt dabei auch oben. Heute nehme ich das Ausrichten der Hinterbeine unter den Schwerpunkt hinzu und tippe dazu das nach hinten stehende Bein an, um es zum Vortreten aufzufordern. Das klappt erstaunlich gut. Allerdings muss ich ganz schön antippen, bis sie reagiert. Sie ist sehr verwundert, wenn ich dann zu ihrer Hinterhand gehe und sie großflächig umarme, streichle und lobe. Zum Handwechsel baue ich heute ein aus der Ecke kehrt mit ein. Bald werde ich sie dabei zu Seitentritten auffordern. Heute noch nicht. Das Stimmkommando dafür: "Keeeeehrt". Divina macht willig mit. Nach mehreren Handwechseln und mehrmaligem Anhalten höre ich nach 30 Minuten auf. Sie hat sich Mühe gegeben und braucht nun Zeit, das Ganze zu verarbeiten.

3. Tag

Ausrüstung wie gestern. Divina ist heute wenig motiviert. Es ist zwar keine pralle Sonne, aber dennnoch sehr schwül und viele Insekten. Auch das Programm gestalte ich wie gestern. Divina macht leidlich mit. Das Anhalten fällt ihr heute schwerer, und sie kann nicht lange ruhig stehen bleiben. Dann wird sie ungeduldig, scharrt mit einem Vorderfuß, bohrt mit dem Kopf nach unten. Mich lässt das unberührt. Ich lasse sie warten, bis sie sich beruhigt hat, dann darf sie weiter. Für das Geradestellen der Hinterbeine muss ich die Beine ganz schön intensiv anticken. Ich probiere einige wenige Tritte seitwärts nach dem "aus der Ecke kehrt". Das irritiert sie, aber sie versucht nicht, sich ganz umzudrehen. Weil sie heute weniger gut mitmacht, höre ich früher auf. Dafür darf sie noch ein paar Runden auf dem Zirkel galoppieren. Das scheint sie heute zu brauchen, denn sie nimmt dabei ganz ordentlich Fahrt auf.

4. Tag

Ausrüstung wie gestern. Divina hat heute viel mehr Lust. Das Losgehen und Anhalten klappt heute schon viel sicherer. Ich komme viel zum Loben. Ich passe auf, dass ich sie nach dem Halten nicht zu lange stehen lasse, um Unruhe zu vermeiden. Das werde ich erst ganz allmählich steigern. Heute hat mich Sabrina gefilmt, und ich konnte mich und das Pferd endlich mal von außen beobachten. Mir fällt auf, dass Divina noch gar nicht recht begreift, was ich da mache. Sie ist immer noch skeptisch, wenn ich von hinten an sie herantrete, um sie ausgiebig zu loben. Deshalb lobe ich oft zusätzlich am Hals. Das ist ihr vertraut.

Weil es heute recht gut klappt, nehme ich die Seitengänge mit in das Programm auf. Ich schicke sie auf beiden Händen auf der langen Seite einmal mit den Leinen ins Seitwärts. Das ist noch sehr unsicher und nicht im Fluss. Das macht nichts. Die nächsten Male werden das rasch verbessern. Generell müssen die Ausbinder wesentlich kürzer. Aber da werde ich mich auch langsam herantasten. Ich will sie nicht noch mehr verunsichern. Heute gibt es ein Video von Divina: Einen Zusammenschnitt der letzten knapp zwei Monate:


5. Tag

Nach Wahnsinns-Regenfällen musste ich mit Divina heute das erste Mal in die Halle. Natürlich kennt sie Hallen, denn auf dem Gestüt wurde sie mir ja in der Halle vorgeritten. Trotzdem war es für sie eine total aufregende Sache. Ich bin mit ihr in HSH-Ausrüstung rein, habe aber nicht erwartet, wirklich HSH machen zu können. Das war dann auch so. Divina hat 20 Minuten lang geschnorchelt und sich alles ganz genau angesehen. Ich habe sie im Schritt mehr oder weniger gut außen herum gehen lassen. Sie kennt keinen Hallenspiegel, musste im vorbeigehen immer wieder hineinsehen. Auch das große Hallenfenster ist ihr total unheimlich. Und dann schien auch noch die Sonne und warf durch das Fenster große Sonnenflecken auf den Boden. Natürlich war auch die Bank in der Ecke, von der aus wir immer aufsteigen, ganz gruselig. Nach gut 50 Minuten herumlaufen und traben und gallopieren lassen, habe ich sie wieder zurück gebracht. Gerne hätte ich sie frei laufen lassen. Das habe ich mich aber nicht getraut aus Sorge, sie könnte in den Spiegel springen. Mal sehen, wie es morgen ist, da wird der Reitplatz noch nicht abgetrocknet sein.

6. Tag

Ausrüstung wie gestern. Wider Erwarten war der Platz heute wieder ideal zum Arbeiten, deshalb bin ich mit Divina wieder nach draußen gegangen. Heute habe ich angefangen, die Ausbinder ein wenig zu verkürzen, um zwei Loch. Sie sind immer noch sehr lang, zu lang, aber ich muss bei ihr langsam vorangehen, um nicht zu viel Stress zu erzeugen. Und schon diese zwei Loch haben sie gestört. Natürlich hat sich meine Lektionsvielfalt auch noch nicht verändert. Ich über mit ihr das Anhalten an den fixen Punkten der langen Seiten (mit Geradestehen), das aus der Ecke kehrt und das Seitwärts. Seitwärts nach rechts klappt schon beinah wie von selbst. Nach links tut sich Divina sehr schwer. Ist logisch, weil sie dabei zur linken Schulter laufen muss. Beim Reiten kippt sie sehr auf diese Schulter, es fällt mir schwer, die beim Reiten zu entlasten.

Trotzdem konnte ich das Seitwärts nach links verbessern, und zwar immer dann, wenn die Außenleine nicht beständig dran ist, sondern eher impulsartig auf die Außenseite des Hinterns schlägt. Wobei schlagen zuviel gesagt wäre. Ich werde mich hüten, die Leine mit großem Schmackes dranzuschlackern. Das muss noch warten.

Heute habe ich zum ersten Mal versucht, den Schritt raumgreifender und größer zu machen. Das macht Divina gut mit, lässt sich dann aber wieder weniger gut anhalten. Der Versuch, im Aus-der-Ecke-Kehrt ein angedachtes Übertreten zu erzeugen, klappt auch noch nicht. Es gibt nicht den Ansatz einer Wendung auf der Hinterhand oder einer großen Schrittpirouette.

7. Tag

Ein paar Tage habe ich kein HSH gemacht, sondern auf Grund von großen Regenfällen Divina an die Halle gewöhnt. Sie hat sich mächtig über den Spiegel und das große Außenfenster aufgeregt. Es wurde schon nach zwei Tagen deutlich besser. Die Folgetage habe ich darauf verwandt, Divina mit Kappzaum an der Longe – ohne Ausbinder – in Dehnungshaltung zu bringen und an der Hand die Seitengänge zu üben. Divina macht dabei mit, und ich kann sehen, dass sie inzwischen in beinah völliger Entspannung mitarbeitet. Ein großer Fortschritt. Dann kam nach 14 Tagen das erste Mal wieder ein Training in voller HSH-Montur.

Ich war erleichtert, dass sie nichts vergessen hat. Das Anhalten war anfangs wieder etwas mühsam, wurde aber zusehends besser. Sie muss beim Anhalten ihre Füße gerade stellen. Klappt nur mit Mühe. Inzwischen gibt es vier Haltepunkte auf dem Hufschlag, jeweils in der Mitte der Bahnseiten. Auch das Seitwärts übe ich weiter. Es wird zögerlich besser. Zum Abschluss habe ich die Ausbinder kürzer geschnallt (8. Loch) und sie einige Runden auf dem Zirkel in allen Gangarten laufen lassen. Sie findet die kürzeren Ausbindern doof.

8. Tag

Heute war Divina extrem rossig, was die Arbeit in HSH nicht eben vereinfachte. Immer, wenn ich sie an der Hinterhand gelobt habe, hob sie den Schweif ein wenig. Sie war auch wieder zickiger mit der Gerte. Ich habe einen größeren Sicherheitsabstand gehalten, weil gelegentlich das Hinterbein nach hinten ausschwang…

Ihr Unmut rührte vielleicht auch daher, dass ich sie von Anfang an mit kürzeren Ausbindern gearbeitet habe. Bin jetzt immer noch im 8. Loch, möchte noch weiter verkürzen. Das kommt nach einiger Zeit. Nach mehreren Anhaltversuchen klappte es fast ganz ohne Leinen. Divina lernt! Begeistert war ich von den Seitengängen. Sie sind noch nicht flüssig, aber Divina erkennt schon meine Körperposition (ein wenig nach innen seitlich versetzt), um mit dem Seitwärts zu beginnen.

Die Trainingseinheit habe ich mit einigen Zirkelrunden mit noch kürzeren Ausbindern (Loch 10) beendet.

Donnerstag, 15. Januar 2015

SURE FOOT Equine Stability Program™ - Etwas Neues zum Ausprobieren…

Bei Facebook stieß ich vor einigen Wochen auf ein Foto, das von Linda Tellington-Jones geteilt worden war. Es zeigte ein Pferd, das mit seinen vier Füßen auf weichen Polstern stand. Ich bin der Adresse auf dem Foto gefolgt, weil ich annahm, es handle sich um eine Art Gel-Pads, die einem Rehe-Pferd vom Schmied untergelegt worden waren, weil es sonst nicht hätte stehen können. Nach so einer Unterlage suche ich schon eine Weile. Ich will vorbereitet sein, wenn Rasga mal wieder ein Eisen verliert und dann nicht anständig und vor allem schmerzfrei laufen kann.

Was ich dann auf der Seite gelesen habe, war etwas gaaaanz anderes. Was ich fand war die Seite von Wendy Murdoch (Link zur Seite), einer anerkannten amerikanischen Pferdetrainerin. Sie nutzt Elemente aus dem Programm von Feldenkrais, Sally Swift und Linda Tellington-Jones u.a., um ihren Schülern das Erfühlen der Bewegungsabläufe beim Pferd zu erklären. Ich habe viele Übereinstimmungen mit meinem Unterricht gefunden.

Überhaupt hat sich Wendy Murdoch sehr mit Bewegung und der Biomechanik beim Pferd auseinandergesetzt – und das “SURE FOOT Equine Stability Program™” entwickelt. Das ist frei übersetzt eine Art Gleichgewichtstraining für Pferde.

Ich habe mich den ganzen Abend auf ihrer Seite umgetrieben, viel über dieses Programm gelesen, und dann war mir klar: Das würde ich auch probieren wollen. Dafür braucht man diese weichen Stabilitätspads (gibt es in unterschiedlichen Härtegraden). Die habe ich mir noch am selben Abend bei ihr bestellt, ebenso ein “Wie-wird-es-gemacht-Video”. Das Paket war etwas über eine Woche unterwegs, dann konnte ich es ganz gespannt auspacken.

Was mich als erstes sehr verblüfft hat: Die Pads sind von der Firma Thera-Band, stammen aus der Human-Therapie, und ich hätte sie bequem auch in Deutschland kaufen können – und 50 Euro Porto gespart!

Hier für euch ein Link zu Amazon, da könnt ihr die Pads bestellen: Klick




Das mit der Bestellung ist Pech. Macht auch nichts, denn die Erfahrungen, die ich bisher mit den Dingern gemacht habe, sind wirklich verblüffend. Aber der Reihe nach.

Insgesamt braucht man vier Kissen, um allmählich alle vier Pferdebeine darauf zu platzieren. Bevor ich mich begeistert mit den Pads auf meine Pferde stürzte, habe ich mir erst einmal in Ruhe das Video angesehen. Gute 90 Minuten Film. Wendy Murdoch gibt eine kurze Einführung in ihr Programm, zeigt die unterschiedlichen Pads, die sie benutzt und demonstriert das mit verschiedenen Pferden, die mit dem Programm noch nicht vertraut sind. Genau das Richtige, um sich das abzugucken.

Wendy beginnt mit einem einzelnen Kissen, auf das sie einen Vorderfuß des Pferdes stellt. Das geht übrigens mit einem Pferd am Halfter genauso wie mit einem Pferd, auf dem ein Reiter sitzt. Das Pferd soll nun selbst entscheiden, ob es den Fuß auf dem Kissen voll belasten will. Es darf so lange es will, darauf stehen bleiben – von wenigen Sekunden, bis mehrere Minuten. Wenn es das Kissen selbständig verlässt, wird es eine große Zirkelrunde geführt, bzw. geritten. Dann kommt der Fuß erneut drauf. Ist das Pferd gelassen, dann nimmt man das zweite Kissen für den zweiten Vorderfuß dazu. 

Die Kissen sind so weich, dass das Pferd ein wenig einsinkt. Und das sorgt beim Pferd zunächst für Verblüffung. Nach einigen Momenten der Verwirrung, sieht man richtig, wie es in den Pferdeköpfen arbeitet. Sie zwinkern mit den Augen, der Kopf senkt sich, sie lecken und kauen. Die Atmung wird tiefer, die Pferde entspannen.

Offenbar regen diese Pads Teile des Nervensystems an, die sonst nicht oder wenig angesprochen werden. Meist stehen die Pferde hinten sehr weit mit den Füßen auseinander, um mehr Stabilität zu bekommen. Das ändert sich aber rasch.

Wenn es mit den Vorderbeinen klappt, kommen zwei Kissen für die Hinterbeine. Erst nur eins, dann das zweite. Und nach einer Weile – wenn das Pferd gut mitmacht – stellt man alle vier Füße drauf. Zwischendurch werden die Pferde ein paar Zirkelrunden geführt und geritten.

Ziel soll es sein, die Pferde in einen guten, geregelten Bewegungsablauf zu bringen. Die Schrittlänge verändert sich, die Hinterbeine fußen energischer ab, er Rücken wölbt sich auf. Das Pferd geht “leichter”, richtet sich selbst mehr gerade.


Der erste Versuch mit Dango. Weil er einen Fuß problemlos akzeptiert hat, kam gleich das zweite Vorderbein dazu. Links auf dem Bild seht ihr, dass er nicht so recht weiß, was er davon halten soll. Aber der Kopf ist schon ein wenig gesenkt, die Ohren zur Seite geklappt.


Hier steht er schon auf allen vier Kissen.

Hier wieder tiefenentspannt – obwohl andere Pferde in die Halle gekommen sind, wo Dango sonst immer gucken und aufpassen muss.

Heute der Versuch, das Pferd gesattelt auf die Pads zu stellen und dann vom Springblock aus aufzusteigen. Denn der Nachteil dieser Methode fürs Reiten: Man braucht jemanden, der die Kissen unter die Füße schiebt, während man draufsitzt.

Dango im Schritt, unten im Trab. Ich halte die Zügel sehr lang, will ihn möglichst wenig stören. Dango darf ausprobieren, wie es sich für ihn anfühlt, mit tiefer oder hoher Nase zu gehen.


Was ich bisher beobachtet habe:

Dango stand heute das 4. Mal auf allen vier Kissen. Er scheint sie sehr zu mögen, denn er hebt seine Füße schon selbständig an, damit sie drunter schieben kann. Wenn man ihn ließe, würde er vermutlich 15 Minuten und länger darauf stehen bleiben. Das habe ich so lange nicht abgewartet und ihn stets früher herunter gebeten.

Als Reiter stellt man im Sattel fest, dass die Pferde nach einigen Minuten anfangen, ganz tief zu atmen und den Kopf mehr und mehr fallen lassen. Und sie schwanken ganz furchtbar. Das war beim ersten Mal so arg, dass ich dachte, ich werde seekrank im Sattel! Durch dieses leichte Schwanken schaukeln sie sich in die Entspannung und schlafen dabei fast ein.

Wenn ich dann los reite geht das erst nur sehr zögerlich und langsam. Ende letzter Woche stand Dango mit mir im Sattel gute zehn Minuten auf den Pads, ehe er von selber weggegangen ist – und ich hatte die entspannteste Reiteinheit mit ihm, seit er hier ist. Schon im Schritt ein schwingender Rücken, große, entspannte Schritte, ein ruhig pendelnder Schweif. Auffällig auch sein Fleiß und seine Taktsicherheit im Trab. Er war sehr bequem zu sitzen, völlig relaxt halt.

Jetzt bin ich ganz begierig, das wieder herzustellen. Aber so gut wie letzte Woche war es bisher noch nicht wieder. Mal sehen, was der Rest der Woche so bringt. Das nächste Mal werde ich auch von Rasga berichten, die natürlich auch schon Bekanntschaft mit den “Wunderkissen” gemacht hat.

Hier kommt noch ein Video von mir und Dango im Kissen-Stehen. Das Video läuft in dreifacher Geschwindigkeit ab, damit ihr das Schwanken des Pferdes wahrnehmen könnt. Es ist wirklich unglaublich!


Die Fotos und die Videoaufnahmen sind leider sehr schlecht, weil es in der Halle abends viel zu dunkel ist. Ich habe sie mit Photoshop ein wenig aufgehellt, mehr geht nicht. Ich muss auf helleres Wetter warten, dann gibt es auch mal ein längeres Video – versprochen.


Samstag, 22. November 2014

Ein neues Rasga-Video – für Judith!

Diese Aufnahmen entstanden ca. eine Woche, ehe der Zahnarzt kam. Sie sind schlecht in der Qualität, weil es am späten Nachmittag schon stockfinster ist und sich das Hallenlicht nicht eben für Videoaufnahmen eignet. Aber es geht ja auch nur um den Eindruck.

Hier habe ich einfach nur alle Sequenzen der kurzen Tritte an diesen zwei Tagen zusammengeschnitten. Ich weiß schon, dass das (noch) keine Piaffe ist. Es ist eben eine Rasga-Piaffe. Aber dafür ist sie grandios, wenn man bedenkt, wo und wie sie angefangen hat! Und man muss bedenken, dass Rasga in wenigen Wochen 21 Jahre alt wird! Und das sieht man ihr wirklich nicht an.

Die Kleine gibt sich immer so unendlich viel Mühe. Manchmal nimmt sie den Kopf tief, zieht mir fast die Zügel aus der Hand. Dann schnaubt sie laut und kräftig ab. Sie muss damit die Anspannung los werden.

Die Aufnahmen haben mir gezeigt, dass Rasga die Versammlung nun begriffen hat. Ich muss sie wieder mehr in Dehnungshaltung reiten. Das habe ich im ganzen letzten Jahr nicht zugelassen, weil sie dann so arg gestolpert ist, dass ich dachte, wir legen uns beide hin. Außerdem waren ihre Gangarten so überhaupt nicht geregelt. Manchmal dachte ich, sie hat sechs Beine… Das Stolpern ist nun ganz weg, und der Trab ist fast immer geregelt. Selbst das Angaloppieren klappt auf korrekte Hilfengebung.

Nun ist es Zeit, ihr die Dehnungshaltung zu erklären, denn jetzt sollte sie auch in der Lage sein, dabei den Widerrist als höchsten Punkt des Rückens zu halten, ihre Schultern etwas anzuheben. Ich will ja nicht, dass sie einfach den Hals gerade nach vorne streckt.

Das Endziel ist natürlich, zwischen Dehnungshaltung und Versammlung wechseln zu können…

Geritten fällt ihr das unendlich schwer. Daher habe ich gestern und heute begonnen, ihr das am Boden zu zeigen – mit der Parelli-Ausrüstung. Es war beeindruckend, wie schnell sie kapiert hat, dass, wenn ich mich dehne und einen runden Rücken mache, dass sie mich imitieren soll. Das klappte heute schon auf dem Zirkel im Schritt und Trab. Links herum wirklich gut, rechts herum noch sehr zögerlich. Na ja, ist ja erst der Anfang.

Ich werde morgen weiter machen. Mal sehen, was sie von heute behalten hat.





Sonntag, 7. September 2014

Mein Pferdequiz zur Rallye 2014


1. Wie nennt man den Treffpunkt der Reiter vor der Jagd?

E

Tête a Tête

K

Halali

D

Stelldichein

S

Horrido

   

2. Was ist ein Hahnentritt?

L

Eine besondere Wirbelform an der Stirnseite des Pferdes. Es deutet auf einen schwierigen Charakter hin.

A

Ein Muster, das zu Dressurturnieren mit einer Schablone auf die Kruppe des Pferdes gebürstet wird.

O

Hat das Pferd eine Kolikoperation überstanden, entsteht unter dem Bauch eine lange Narbe, der sogenannte Hahnentritt.

E

Das Vorwärts-Aufwärtszucken des Hinterbeins im Schritt (auch beider Hinterbeine).

   

3. Was ist Zackeln?

V

Zackeln nennt man das unwirsche Schlagen des Pferdes mit dem Kopf, um Insekten abzuwehren.

R

Das ist ein ungleichmäßiger Schritt, wenn das Pferd von sich aus immer wieder antrabt oder unrhythmisch geht.

L

Zackeln ist das Besticken der Satteldecke mit einem Zackenmuster.

U

Zackeln ist bayerisch für Raufen, Balgen der Pferde untereinander.

   

4. Was ist ein Woilach?

A

Woilach ist ein Hengst mit nur einem Hoden. Er darf nicht zur Zucht verwendet werden.

V

Woilach ist ein Wasserhindernis beim Hindernisrennen.

F

Woilach ist eine Satteldecke, die aus einer mehrfach gefalteten Decke besteht. Heute kaum noch gebräuchlich

Z

Woilach ist ein besonders kräftiges Pferd mit sehr breitem Rücken, das früher als Packpferd gedient hat.

   

5. Was ist ein Brumby?

E

Brumby ist ein australisches Wildpferd

F

Brumby ist eine Beerenart aus Südosteuropa, die nun auch in Mitteleuropa vorkommt und für Pferde giftig ist.

A

Brumby nennt man das Stutfohlen der Dülmener Wildpferde.

L

Der Engländer Sir Henry Arthur Brumby erfand das Martingal.

   

6. Was ist Verwerfen?

T

Wenn das Pferd den Reiter beim Leichttraben im Gelände „umsetzt“, der Reiter also auf dem anderen Fuß leichttrabt.

I

Das Pferd hält beim Reiten seinen Kopf schief (Reiterfehler)

E

Wenn das Pferd selbständig im Galopp umspringt.

M

Wenn die Stute ein totes Fohlen zur Welt bringt.

 

7. Wann sagt man, „das Pferd ist überbaut“?

S

Wenn der Parcoursbauer die Hindernisse für das Pferd zu hoch angesetzt hat. Dann hat er das Pferd überbaut.

D

Früher bekamen die wertvollsten Zuchthengste eigene Hengsthäuser. Sie wurden überbaut.

N

Wenn (einfach ausgedrückt) das Pferd in der Kruppe höher ist als am Widerrist

T

Wenn das Pferd Kopf und Hals in unnatürlicher Haltung weit oben trägt.

   

8. Was ist die Tête?

O

Die Tete ist ein französisches Jagdhorn.

R

Tete ist Zügel, der nur an einer Halsseite eingeschnallt wird, um eine bessere Stellung des Kopfes zu bewirken.

W

Tete nennt man die Prunkbeschläge an den Fahrgeschirren

E

Tete nennt man den ersten Reiter einer Abteilung oder Quadrille

   

9. Wo liegt der Unterschied zwischen einer Satteldecke und einer Schabracke?

K

Eine Schabracke hat die grobe Form eines Sattels. Eine Satteldecke ist quadratisch.

P

Eine Schabracke hat die grobe Form eines Sattels. Eine Satteldecke hat einen gesteppten Rand.

D

Eine Satteldecke hat die grobe Form eines Sattels. Eine Schabracke ist rechteckig

I

Eine Satteldecke hat die grobe Form eines Sattels. Eine Schabracke ist rund.

   

10. Was ist der Ballen?

J

Der Bereich, der sich auf der Außenseite des Hufes, oberhalb des Hufhornes befindet.

B

Der Bereich, der sich auf der Unterseite des Hufes befindet.

D

Der Bereich, der sich auf der Vorderseite des Hufes, oberhalb des Hufhornes befindet.

I

Der Bereich, der sich auf der Rückseite des Hufes, oberhalb des Hufhornes befindet.

   

11. Was ist ein Pelham?

S

Pelham ist eine kleine Kette am Stangengebiss, die verhindert, dass sich das Gebiss im Maul verkantet.

A

Pelham ist ein Gebiss mit Hebelwirkung, ähnlich einer Kandare, aber mit einfach gebrochenem Mundstück.

D

Pelham ist eine schottische Spezialität aus Pferdefleisch, die nur zum Erntedankfest gereicht wird.

M

Ein Pelham ist ein Pat im Hindernisrennen, wenn kein Pferd das Ziel erreicht. Das gab bisher erst einmal 1879 in Ascot.

   

12. Wer oder was sind der oder die Laden?

R

Mit Laden bezeichnete man früher die Ladekapazität eines Wagens. 2 Laden entsprechen heute etwa 1 Kubikmeter.

E

Laden ist ein Teil der Tenne, wo Lasten be- und entladen wurden.

L

Die Laden sind die natürliche Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen und den Backenzähnen.

G

Wenn ein Pferd döst, lässt es oft die Unterlippe (die Laden) hängen.

 

13. Was ist ein Kreuzverschlag?

S

Der Kreuzverschlag war im Mittelalter die Kammer für das Zaumzeug (sie war kreuzförmig gebaut).

O

Ein schwerer „Muskelkater“ im Rücken und der Kruppe des Pferdes. Es kann nicht mehr laufen, Muskeln zersetzen sich.

U

Grober Fehler des Longenführers, wenn er versehentlich mit der Longierpeitsche auf den Rücken des Pferdes schlägt.

D

Wenn das Pferd mit beiden Beinen gleichzeitig auskeilt, um einen Angreifer abzuwehren und dabei das Kreuz anspannt.

   

14. Wann sagt man: Mein Pferd klebt

G

Wenn man das Pferd nicht von anderen Pferden wegreiten oder wegführen kann

O

Wenn sich das Pferd mit klebrigem Mash beschmiert hat.

L

Wenn das Pferd stark geschwitzt hat und sich dort, wo das Leder an der Haut anliegt, weißer Schaum gebildet hat.

M

Wenn das Pferd sich beim Dösen im Stall an die Wand anlehnt.

   

15. Was ist die Kammer?

C

Kammer nennt man den Abstand zwischen Ellenbogen und Bauchansatz. Das bestimmt die Breite des Sattelgurtes.

M

Das ist die Einbuchtung vorne in der Mitte des Sattels, die dem Widerrist Platz lässt.

N

Wenn sich Pferde die Zähne ungleich abnutzen, bilden sich Kammern und Haken.

Z

Kammer ist ein früher gebräuchlicher Ausdruck für den Schweifriemen beim Sielengeschirr.

   

16. Was sind Huzulen?

N

Huzulen sind die Ösen an denen die Ortsscheite beim Zweiergeschirr eingehängt werden.

E

Huzulen sind Fadenwürmer, die im Darm des Pferdes heranreifen und von dort in die Lunge wandern können.

I

Huzulen sind äußerst trittsichere harte Gebirgsponys mit kleinem Kopf und besonders harten Hufen. (Heimat: Karparten).

G

Mongolische Reiter treffen sich nach alter Tradition einmal im Jahr zum Huzulenfest um im Wettkampf in zwei Mannschaften ein besonderes Ballspiel (mit einem Wurfball mit Schlinge) auszutragen.

   

17. Wie lange dauert es, bis sich ein Huf vollständig erneuert hat?

K

Ca. 4 Monate

W

Ca. 6. Monate

F

Ca. 8. Monate

T

Ca. 12. Monate

   

18. Was ist die Ganasche?

P

Ganasche nennt man den Zwischenraum zwischen Hals und Wangenknochen, bzw. Unterkiefer.

E

Ganaschen nennt man die Beinschoner aus wasserfestem Kunstoff zum Schutz der Beine.

S

Ganaschen sind weiche Bandagen aus reiner Schurwolle, die über Nacht die Pferdebeine wärmen sollen.

L

Ganasche ist ein extra Riemen an manchen Sätteln, der die Sattelblätter am Sattel fixiert, damit sie nicht klappern.

 

19. Was ist ein Kreuzgalopp?

A

Ein sogenanntes Pattern im Westernreiten. Der Reiter reitet ein kreuzförmiges Muster im Galopp.

F

Ein Durcheinander der Fußfolge des Pferdes im Galopp. Das Pferd geht hinten im Linksgalopp, vorne im Rechtsgalopp.

B

Wenn das Pferd besonders versammelt, fast auf der Stelle, galoppiert, geht es im Kreuzgalopp.

L

Kreuzgalopp ist eine Unart des Pferdes. Es wölbt dabei den Rücken so weit auf, dass der Reiter nicht mehr sitzen kann.

   

20. Was ist die Decktaxe?

H

Decktaxe ist der Betrag, den man für die Reinigung der Pferdedecken bezahlen muss.

D

Decktaxe ist ein speziell gesicherter Transporter, mit dem der Deckhengst zur Stute gefahren wird.

E

Die Gebühr, die zum Decken einer Stute durch einen Hengst fällig wird.

J

Die Decktaxe war im Mittelalter eine Art Wegezoll, wenn ein Reiter mit seinem Hengst Brücken passierte.

   

21. Was ist ein Beschäler?

M

Beschäler nannte man früher die Handwerker, die über die Dörfer gefahren sind, um die Arbeitspferde zu scheren.

K

Beschäler ist der mittelhochdeutsche Name für Hufschmied.

S

Ein Beschäler ist ein Beamter, der die Gestüte seines Bezirks einmal im Jahr kontrolliert und alle Zuchtstuten und Fohlen registriert.

R

Ein Beschäler ist ein gekörter, zum Decken zugelassener Hengst

   

22. Wie lange dauert es, bis ein ausgerissenes Schweifhaar wieder voll nachgewachsen ist?

R

Ca. 1 Jahr

M

Ca. 2 Jahre

D

Bis zu 3 Jahren

L

Bis zu 4 Jahren

   

23. Gesamtblutmenge eines 500 kg schweren Pferdes?

N

Ca. 10 Liter

P

Ca. 25 Liter

T

Ca. 30 Liter

E

Ca. 50 Liter

   

24. Wie steht ein Pferd auf?

N

Mit den Vorderbeinen zuerst.

F

Mit den Hinterbeinen zuerst.

E

Das kommt darauf an, wie es sich das als Fohlen von Artgenossen angewöhnt hat.

K

Das kommt darauf an, wie es liegt, welche Beinpaare sich besser aufstellen können.

Freitag, 23. Mai 2014

Cera humpelt immer noch…

Liebe Reitschüler, liebe Freunde dieses Blogs,

die meisten von euch haben es ja schon mitbekommen, weil etliche Reitstunden ausgefallen sind: Cera ist lahm. Es begann mit einer Hangbeinlahmheit vorne rechts (möglicherweise eine Zerrung in der Schulter) und ist jetzt ein Stützbeinlahmheit vorne links (dabei ist das Hufgelenk betroffen). Die erste Lahmheit wurde vor rund zwei Wochen sichtbar. Sie war nur leicht, im Schritt gar nicht zu sehen. Erst im Leichttraben und dort auch nur auf der linken Hand wurde es schlimmer.

Auch nach zwei Tagen Ruhe besserte sich nichts – ganz im Gegenteil. Der Tierarzt war nun schon mehrfach da. Er fand das Lahmheitsbild sehr unspezifisch, tippte anfangs sogar auf ein mögliches Hufgeschwür. Das war es aber leider nicht. Ein Kombipräparat aus Entzündungshemmer und Schmerzmittel sollte helfen, aber das war auch nicht der Bringer.

Gestern war mein Tierarzt zuletzt da. Und weil die Lahmheit sich um kein Stück gebessert hat, habe ich das linke Vorderbein röntgen lassen. Es gibt gleich mehrere Diagnosen – wobei der Doc nicht sagen kann, welche davon die Schmerzen verursacht. Cera hat ja eine Vorerkrankung, mit der ich sie gekauft habe: einen Chip am Hufgelenk. Ein Chip ist ein kleiner Knochensplitter, der sich in jungen Jahren – vermutlich schon im Fohlenalter – vom Knochen vom Gelenk löst. Bei Cera sitzt er aber so glücklich (außerhalb des eigentlichen Gelenkes), das ich ihn nicht rausnehmen lassen musste.

Trotzdem war er möglicherweise für die Arthrose am Vorderbein verantwortlich. Genau beantworten kann das niemand. Die aktuellen Aufnahmen zeigen eine deutliche Hufgelenksarthrose. Ich habe Vergleichsaufnahmen von vor zwei Jahren, die zeigen, dass sich der Zustand verschlechtert hat. Zusätzlich gibt es Verknöcherungen an Bändern und Sehnen im Vorderbein. Auch dafür gibt es keine eindeutige Erklärung.

Ich sehe jetzt schon Julia (Ceras Reitbeteiligung) jammern, dass sie das durch ihr “schlechtes” Reiten verursacht haben könnte. Nein, das hat sie bestimmt nicht. Und so eine Knochenveränderung kommt ja nicht über Nacht, sondern entwickelt sich langsam.

Im Moment sind die Prozesse entzündlich, daher auch für das Pferd so schmerzhaft. Ich vermute, dass der unebene, teilweise tiefe Boden der Weide nach den enormen Regenfällen vor vier Wochen eine Überbelastung hervorgerufen hat. Möglicherweise ist sie irgendwo im Schlamm stecken geblieben, hat sich vertreten oder etwas gezerrt. Vermutlich in der Schulter. Und das hat zur Schonung des rechten Vorderbeins geführt, gleichzeitig zur Überlastung des linken Beines.

Egal, wie man es dreht und wendet: Cera tut der Flunken weh, und dagegen muss ich etwas unternehmen.

Therapeutische Maßnahmen fürs Erste:

Cera bekommt Entzündungshemmer und Schmerzmittel. Sie hat “Bettruhe”, darf also nicht raus auf die Weide. Aber sie darf im Schritt geradeaus geführt werden – und sie freut sich über Streicheleinheiten!

Ich soll das Bein warmhalten. Daher habe ich ihr heute Stallgamaschen von “Back on Track” gekauft. Sauteure Dinger, die aber wahre Wunder bewirken sollen, da sie durch eine besondere Keramikfaser die Körperwärme “zurück werfen”.

Dritte Maßnahme: Cera bekommt sofort Korrektureisen mit einem breiten Steg darunter, der verhindert, dass das Pferd mit den Füßen seitlich wegkippen kann. Diese Eisen stabilisieren den Huf links/rechts betrachtet und lassen ihn gut nach vorne abrollen.

Die Boxenruhe muss sie eine Woche einhalten. Dann sollte die Entzündung besser geworden sein und eine gezielte Bewegung durch Führen im Schritt dran kommen.

Und der wichtigste Punkt: Cera muss weiter abspecken! Sie ist einfach zu schwer für ihre Füße. Sie ist lange nicht mehr so dick, wie sie schon einmal war, aber immer noch zu dick für die Arthrose. Also ist seit gestern Schmalhans Küchenmeister.

Hafer gibt es nur so viel wie es braucht, das Medikament darauf zu träufeln, zusätzlich Teufelskralle in Pelletform. Das Heu mische ich derzeit mit Stroh, damit sie beschäftigt ist.

Montag, spätestens Dienstag kommt der Schmied und verpasst ihr die Eisen. Ihre neuen Bandagen trägt sie die erste Woche täglich.

Zusätzlich wird sie mit Akupunktur behandelt. Mehr geht eigentlich kaum…

Warum ich das so ausführlich alles schreibe? Um zu erklären, warum ich in der letzten Zeit so oft den Unterricht abgesagt habe. Natürlich mache ich mir Sorgen um das Pferd und hoffe, dass sie schnell wieder auf die Füße kommt.

Die Aussichten stehen nicht schlecht, es dauert halt nur etwas. Ich muss wohl mit mindestens vier Wochen rechnen. Dann kann sie wieder im Schritt was tun und hoffentlich auch wieder auf die Weide.

Konkret heißt das: Ich möchte in der kommenden Woche (bis zum 1. Juni) keinen Unterricht geben. Ich brauche die nächste Woche, um den Kurs mit Adrian Heinen vorzubereiten, einzukaufen, aufzuräumen und den Hof schön zu machen. Natürlich nehme gerne jede Hilfe an, mir dabei zur Hand zu gehen! Ab dem 1. Juni sortiere ich mich neu und überlege, wie viel Unterricht Dango übernehmen kann. Vielleicht darf Cera dann ja schon wieder im Schritt geritten werden… Meine Wünsche ans Universum sind schon abgeschickt!

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Das ist Cera in den letzten zwei Jahren. Wahllos ausgesuchte Momentaufnahmen. Ist sie nicht ein hübsches Pferd? Sie ist der Liebling aller Schüler und DAS perfekte Schulpferd, weil sie so geduldig und brav ist. Wir wünschen ihr jedenfalls rasche Genesung! cera9

Denkt daran: Am Wochenende ist hier der Parelli-Kurs mit Adrian Heinen! Wenn ihr Lust habt, schaut doch mal vorbei. Es wird sehr informativ werden, es gibt lecker Essen und jede Menge Spaß! Außerdem kann ich noch helfende Hände gebrauchen…

Mittwoch, 30. April 2014

Rasga macht unglaubliche Fortschritte

Seit dem Winter 2012 ist Rasga mein Berittpferd. Rasga ist eine hoch sensible, manchmal sehr stutenhafte “alte Dame”, die vorher keine Dressurausbildung genossen hat. Sie kannte keine Seitengänge, kein dressurmäßiges Angaloppieren, natürlich kein Gehen in vernünftiger Haltung.

Gerne ging sie mit lang gestrecktem Hals, Nase fast in den Boden gebohrt, total auf der Vorhand. Ihr Schritt war extrem untaktmäßig und kurz, der Trab ebenfalls hart und unrhythmisch. Alle Nase lang stolperte sie, weil sich die Vorderfüße so in den Boden bohrten.

Rasga kannte keine Dressurgerte und trat heftig nach ihr, wenn ich sie damit antickte. Was hat sie sich inzwischen verändert! Und wer würde denken, dass diese feine Stute in diesem Frühjahr ihren 20. Geburtstag feiert?

Travers, Schulter herein, Seitengänge über die Diagonale, Volten und Schlangenlinien, Korrektes und vor allem ruhiges Angaloppieren auf feine Hilfen – und vor allem das Anticken mit der Gerte – das alles ist für sie kein Problem mehr. Vor gut einem Jahr habe ich sie komplett auf gebissloses Reiten umgestellt. Ich hätte nicht gedacht, dass Rasga darauf so gut anspricht. Sie geht viel williger in schönerer Haltung.

Natürlich wird Rasga mit ihren körperlichen Mängeln und auf Grund ihres Alters nie ein tolles Dressurpferd werden können. Ihr Trab wird eher hart und unbequem bleiben, und den Galopp kann sie auch nur bedingt noch weiter verbessern. Aber darauf kommt es nicht an.

Mich fasziniert an dieser Stute so, wie eifrig sie mitarbeitet, wie sie versucht zu erahnen, was ich von ihr möchte. Ich habe sie ein paar Wochen in HSH-Ausrüstung am Boden gearbeitet und hätte nie gedacht, dass sie die kurzen Tritte noch stressfrei erlernen könnte. Da habe ich mich geirrt.

Die kurzen Tritte, die fast schon in die Piaffe gehen, könnten noch viel ausdrucksstärker sein. Das wird sie vermutlich nicht mehr lernen. Dafür genügt ein aufmunterndes “komm, komm” im Takt, um sie zum Treten zu bringen. Mit der Gerte tippe ich sie im Takt an der Kruppe an, um die Tritte zu verstärken. Rasga macht immer freudig mit. Niemals würde sie mich treten, so dass ich relativ dicht hinter ihr gehen kann. Das war anfangs nicht so.

Mein nächster Schritt wird sein, Rasga wieder auszubinden, damit sie noch mehr ihre Oberlinie im Rücken einsetzt. Das Ausbinden habe ich im letzten Jahr weggelassen, damit sie besser ins Gleichgewicht kommt. Oft musste sie den Kopf tritteweise sehr hoch nehmen, um nicht umzukippen. Ich glaube, dass sie das jetzt gar nicht mehr braucht und ihre Gänge mit Ausbindern (am Kappzaum!) besser werden. Ich bin schon ganz gespannt, davon ein Video zu bekommen!

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20140428173621-(7) Rasga im Spanischen Schritt. Wenn ich daran denke, wie viel Mühe sie damit hatte, obwohl ich neben ihr herging! Jetzt kann sie den Spanischen Schritt selbst dann, wenn ich ganz gerade hinter ihr gehe. Ich zeige ihr das Stöckchen noch von der Seite, aber das brauche ich bald nicht mehr. Ich habe ein neues Startsignal eingebaut, das Rasga nur noch prompt umsetzen muss.
Rechts: Der Galopp. An der Hand springt sie willig auf kleinste Zeichen hin an. Auch das war vor einem Jahr ein totales Gequäle, weil sie nur losrennen oder nach der Gerte schlagen konnte. Aber der Galopp ist und bleibt ihre “Problem”-Gangart. Sie kann sich noch nicht genug gerade richten, lehnt sich auf die innere Schulter. Dass sie allerdings ganz ruhig und gelassen galoppiert und das auch noch auf Voltengröße, ist bemerkenswert. Vielleicht findet sich der Rest auch noch… 20140428173621-(3)
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20140428173621-(10) Auf die kurzen Tritte bin ich besonders stolz. Wer hätte jemals gedacht, dass ein Pferd, das im Körper ein bisschen lang ist und in 18 Jahren nie dressurmäßig ausgebildet wurde, dazu in der Lage sein würde, seine Hinterhand so zu aktivieren. Auf den oberen Fotos hebelt sich Rasga ein wenig mit dem Kopf heraus, ist aber überaus eifrig auf den Beinen. Das letzte Bild links finde ich total grandios. Was für eine Hankenbiegung.

Und um es noch einmal zu wiederholen: Rasga ist 20 Jahre alt!

Montag, 2. Dezember 2013

Unser Kurs “Sitzschulung mit Hypnose” – Vorbemerkungen

Seit etwas über drei Jahren unterrichte erwachsene Reitanfänger und Wiedereinsteiger. Die meisten von ihnen sind um die 40 und älter und haben nur wenig bis gar keine Vorerfahrung. Das Besondere an meinem Unterricht: Ich lege großen Wert darauf, auch viel theoretisches Wissen zu vermitteln. Meine Reitschüler wissen, wie man ein Pferd korrekt führt, kennen die Grundbegriffe der Pferdesprache und können selbständig die Pferde versorgen (inklusive Pflege, Misten und Füttern). Natürlich lernen sie auch alles, was man für die Dressurreiterei braucht. Sie kennen Begriffe wie Versammlung, Stellung und Biegung. Sie wissen theoretisch, wie man korrekt angaloppiert und wie man Seitengänge wie Travers und Schulterherein reitet.

Obwohl wir hier wirklich alle Bereiche der Reiterei und Pferdehaltung lernen, stoße ich immer wieder an meine Grenzen. Ich erkenne Reitfehler, kann sie aber nicht immer zu meiner Zufriedenheit korrigieren. Gymnastische Übungen an der Longe helfen, aber es dauert sehr lange, eingefahrene Bewegungsmuster zu verändern.

Im Oktober erzählte mir meine Freundin Christine von einer Methode, das Reiten durch Hypnose zu unterstützen. Von Sporthypnose hatte ich schon gehört und auch davon, welche enormen Fortschritte damit zu erzielen sind. Aber es war für mich neu, diese Methode auch für Reiter anzuwenden.

Wenn man das bei Google eingibt und sucht, findet man in Deutschland nur eine Adresse: http://www.zi-ri.de/sitzschulung.html. Christine Ziervogel ist Reitlehrerin (Trainer B), Sporthypnosecoach, führt aber auch Zahnbehandlungen durch und macht Energiearbeit. Ihre Partnerin Kristin Schulte ist Physiotherapeutin für Menschen und Osteopathin für Pferde. Eine perfekte  Kombination.

Sitzschulung-Visual.jpg

Nachdem ich diese Internetseite gründlich studiert hatte, dachte ich: Das könnte etwas für uns sein! Also rief ich dort an und hatte das Glück, noch in diesem Jahr einen Termin von Freitag-Sonntag zu ergattern.

Meine Reitschüler musste ich zu dem Kurs nicht überreden. Sie waren sofort Feuer und Flamme und sagten ihre Teilnahme zu. Julia, Sabrina, Gesine, Susanne und Angela fieberten nun auf diesen Termin hin. Außerdem hatte sich noch Christine angemeldet, die mich ja erst auf die Kursmöglichkeit hingewiesen hatte. Na und ich wollte natürlich auch nicht nur Zuschauer bleiben.

Um schon mal ein kleines Fazit vorweg zu nehmen: Wir waren alle restlos begeistert. Und weil es im Internet nirgendwo eine vernünftige Kursbeschreibung gibt, will ich das hiermit nachholen.

Unser Kurs “Sitzschulung mit Hypnose” – Freitag

Wir waren alle ganz gespannt, wie das mit der Hypnose wohl gehen sollte. Was würde das bringen? Würden wir uns überhaupt hypnotisieren lassen können? Es schwang auch ein bisschen Sorge mit, denn wer von uns kennt nicht die Hypnose-Shows im Fernsehen, wo sich die Leute zum Affen machen und genussvoll in eine Zitrone beißen, weil ihnen gesagt wurde, es handle sich um eine süße Apfelsine…

Unsere Sorge war völlig unbegründet.

Der Tag begann für mich schon morgens um acht. Ich ließ die Pferde auf den Paddock, um dann literweise Tee und Kaffee zu kochen und das Mittagessen vorzubereiten. Eine halbe Stunde später kamen Julia und Angela. Sie übernahmen das Misten und holten die Pferde wieder rein. Die arme Sabrina musste noch in der Früh drei Stunden arbeiten! Und Christine hatte mit ihrer Stute Similia auch schon 60 Minuten Hängerfahrt aus Lübeck hinter sich.

Um zehn Uhr waren wir alle im Wohnzimmer versammelt. Nach einer Vorstellungsrunde gaben Christine Ziervogel und Kristin Schulte eine kleine Einführung in die Hypnose und den Ablauf des Kurses. Dann hieß es gleich: “Rauf aufs Pferd”. Da ich ja nur zwei Schulpferde habe, die sich meine Reitschüler teilen müssen, mussten wir in mehreren Gruppen nacheinander in die Halle. Jeder Reiter hatte Zeit, sich warm zu reiten, um dann auf dem oberen Hallenzirkel gefilmt zu werden. Sozusagen eine erste Bestandsaufnahme.

Bei allen war die Aufregung groß. So gut wie nie sind wir mit vier Pferden gleichzeitig in der Halle, noch dazu mit der fremden Stute von Christine! Ich ritt Rasga, weil ja Cera und Dango schon mehrfach besetzt waren. Auch Rasga hat sich mächtig aufgeblasen. Eine fremde Stute in “ihrer” Halle! Entsprechend “bequem” war sie zu sitzen…  Ich hatte gehofft, eine meiner Reitschüler auf Rasga setzen zu können, damit Cera nicht drei Mal gehen muss – aber das wollte ich dann doch keinem zumuten. Ich zeige euch am Ende der Kursbeschreibung Ausschnitte meines Videos, damit ihr mal eine Vorstellung von vorher/nachher bekommt.

Die Mittagspause dauerte nur eine halbe Stunde, dann wurden die Videos angesehen und analysiert. Natürlich gab es bei allen eine Menge auszusetzen. Trotzdem war das Reiten insgesamt gar nicht so schlecht, wie alle befürchtet hatten.

Danach dann endlich die erste Hypnose. Erst einmal ganz harmlos: Es ging um die korrekte Atmung. Wir lagen alle dicht gedrängt auf Isomatten am Boden meines Gästezimmers. Christine Ziervogel redete mit monotoner, leiser Stimme auf uns ein, forderte uns auf, tief und gleichmäßig zu atmen, den Atem in jedes Körperteil fließen zu lassen. War ich tatsächlich in Hypnose? Ich weiß es nicht. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich nicht zwischendurch ein Nickerchen gemacht habe… Das würde aber nichts machen, meinte Christine, denn schließlich würde sie ja zu meinem Unterbewusstsein gesprochen haben, und das hört immer alles, auch wenn ich schlafe.

In dieser Sporthypnose ist man zu jeder Zeit “anwesend”, nimmt alle Außengeräusche war, keiner von uns hatte das Gefühl willenlos zu sein. Das ist ja bei vielen die große Sorge, hinterher nicht mehr zu wissen, was gewesen ist. Man kann die Hypnose gut mit einer Traumreise vergleichen oder mit den Entspannungsübungen beim Yoga oder Chi Gong.

Was dann folgte, war für uns alle sehr spannend: die Befundung des Reiters. Kristin Schulte begutachtete jeden einzelnen von uns, notierte unsere Blockaden und Steifigkeiten, bemerkte, wo wir in unserer Bewegung eingeschränkt sind. Auf Grund dieser Befunde brachte sie jedem am Folgetag einen Zettel mit Übungen mit, die wir in den nächsten Wochen zu Hause machen sollen, um unsere Beweglichkeit zu verbessern. Denn auch, wenn uns das Unterbewusstsein nun immer sagt, wie wir noch besser sitzen können, muss ja der Körper mitmachen können.

Wie dem Reiter so dem Pferd! Auch die Pferde wurden der Reihe nach analysiert inklusive des Sattels. Ich bin froh, dass Cera und Dango keine Auffälligkeiten zeigten. Sie können ihre Hälse frei zu beiden Seiten drehen, ihre Rücken sind unempfindlich, und die Sättel passen und haben den Schwerpunkt an der richtigen Stelle. Rasga ist in der Hüfte einseitig schief. Da müsste mal ein Osteopath dran, und der Schwerpunkt des Sattels könnte ein wenig mehr nach vorne genommen werden. Ich werde morgen mit Evi sprechen…

Es war schon 19.00 Uhr, als wir etwas durchgefroren aus der Halle zurückkamen.

Das Wetter hatte sich tagsüber von ungemütlich zu grausig entwickelt – mit heftigem Regen. Das war schade für die Hunde, die den ganzen Vormittag ohne Unterschlupf auf ihrer Wiese waren und wegen der vielen Leute eh schon von einer Ohnmacht in die andere fielen. Es tat mir schon leid, sie so abzuschieben… Ich werde es in der Woche wieder wettmachen.